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02.03.2021 — Welt

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Apropos Probleme unserer Zeit. Wer zäh genug war, bis hier hin zu lesen, darf morgen weniger verwirrt sein, wenn ich eine neue gender-Schreibweise anwenden werde. Dem vorangestellt möchte ich erklären, dass ich natürlich für einen politischen und gesellschaftlichen Kampf für die vollständigen Rechte eines jeden Menschen bin, unabhängig von ihrem Geschlecht. Aber an Stelle des * wird das + treten, weil ich glaube, dass es besser die allgemeine Zugehörigkeit eines jeden Menschen verdeutlicht. Das + ist relativ unbehaftet von der Gender-Diskussion und das soll es auch bleiben. Es soll allgemein alle Menschen ungeachtet ihrer Facetten einschließen, also ungeachtet Gender, Herkunft, Krankheit, Meinung, Menschenbild, Sucht, etc. Denn mir scheint es, dass in unserer zeitgenössischen Diskussion rund um Identitätspolitik die einzelnen menschlichen Facetten kategorisiert und so von den eigentlichen Trägern+ desintegriert werden. Da Menschen in unserer Welt ohnehin desintegriert sind, brauchen wir wohl eine neue Welt mit allgemeinen Rechten. Wenn wir die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte erreichen, brauchen wir keine spezifischen "Facetten"-Rechte mehr, aber es ist trotzdem allen geholfen. Das + steht für diese Allgemeinheit, es inkludiert Alle und den Anspruch, Teil dieser Alle sein zu dürfen. Ich werde das + trotzdem nur bei Substantiven verwenden, die man gendern kann (also nicht z.B. „Häftling“), weil nur bei ihnen eine hörbare grammatikalische Kategorisierung vorkommt. In den Sprachnachrichten werde ich Leser+ weiterhin als „Leserinnen und Leser“ vorlesen.