27.11.2019 — Trinidad / Kuba / Karibik
Die Jagd nach Seesäugetieren auf Festlandamerika erforderte Wasserfahrzeuge, die die Besiedlung von Karibikinseln wie Trinidad (7000ya), Kuba und Hispaniola (5000ya) ermöglichten. Trinidad liegt sehr nah an der Küste Venezuelas, wurde also aus dieser Region heraus zuerst besiedelt. Von Trinidad aus breiteten sich die Menschen über die Kleinen Antillen nach Norden aus, die dann in die Großen Antillen nach Osten übergehen. Der Zulauf an Menschen brach nie ganz ab, kam aber immer aus Richtung des heutigen Venezuelas. Dort am Orinoco, dem zweitgrößten Fluss Südamerikas hatten die Völker ihre Wurzeln. Zwischen 400 v.Chr. und 200 v.Chr. besiedelte die Saladoiden-Kultur von Trinidad aus die gesamte Karibik und führte mit sich erstmals Keramik und Landwirtschaft ein. Zuvor hatten dort ausschließlich Jäger und Sammler gelebt, wobei das Sammeln sich auf die tierischen Meeresfrüchte beschränkte. Um 250 n.Chr. folgte die Barrancoiden-Kultur, die aus der selben Region des Orinoco kamen wie die Saladoiden und sich mit ihnen assimilieren konnten. Als die Siedlungen am Orinoco um 650 kollabierten folgten die Arawak-Indianer. Und um 1200 folgte die vierte Einwanderungswelle der Cariben. Bei Ankunft der Europäer lebten drei große Völker in der Karibik: die Arawak (auch Taíno genannt) auf den Großen Antillen, die Cariben auf den Kleinen Antillen und die Ciboney-Kultur auf Kuba. Außerdem gab es im Westen Kubas das Volk der Guanajatabey, das noch immer von der Jagd und vom Sammeln lebte, doch schnell nach Ankunft der Spanier verschwand.