09.12.2019 — Sudan / Ägypten
Die Bewohner Nubiens zur Zeit vor der Reichseinigung Ägyptens ca. 4750 v.Chr. bis ca. 3000 v.Chr. haben von der Archäologie den kreativen Namen A-Gruppe bekommen. Nubien ist das Gebiet am Nil, das heute zum nördlichen Sudan vom 2. Wasserfall bis zum Zusammenfluss des Weißen und des Blauen Nils reicht. Wie die Ägypter vor der Entwicklung von Hochkultur lebte die A-Gruppe halbnomadisch in lockeren Familienverbänden. Neben Weizen, Gerste und einigen Früchte, wie Datteln gibt es Belege für Ziegen- und Schafzucht. Es waren Jagd, Töpferei, Lederverarbeitung und Korbwarenherstellung bekannt. Es gab Handelskontakte nach Ägypten, woher man Bier, Wein, Öl, Perlen, Amulette, Schminkpaletten, Muscheln und Weihrauchbrenner importierte. Zeitweise überflügelte die A-Gruppen-Kultur sogar die Ägypter. Erst in der Spätphase finden sich größere Siedlungen und eine ausgeprägte Grabkultur. Zentren waren Sayala mit seiner tierverzierten Goldkeule, die Nilinsel Elephantine, Qustul mit den ägyptischen Hieroglyphen und ad-Dakka. Ab 2800 v.Chr. ist die A-Gruppe kaum noch nachweisbar, was dadurch erklärt werden kann, dass Ägypter in Nubien einfielen und kontinuierlich das Kleinvieh verschleppten. Die Träger der A-Gruppen-Kultur ließen das fruchtbare Niltal hinter sich und kehrten zu einer rein nomadischen Lebensweise zurück.