11.09.2021 — Afghanistan / Tadschikistan / Usbekistan
Turkmenistan Turkmenistan ist die repressivste und isolierteste Diktatur Zentralasiens. Die Sorgen dieses Staates gegenüber den Taliban sind den Sorgen Usbekistans und Tadschikistans ähnlich. Nach gescheiterten Gesprächen entsandte Turkmenistan Mitte Juli sein Militär an die brüchige Grenze zu Afghanistan (16.7.21). Anders als Tadschikistan und Usbekistan aber, hat sich Turkmenistan in den letzten 25 Jahren den Taliban gegenüber eher neutral verhalten. Auch wenn die Gesprächskanäle immer offen blieben, verschlechterten sich die Beziehungen zu den Taliban seit 2006. Turkmenistan ist mit dem Fortschreiten der Taliban in diesem Jahr in eine Abhängigkeit geraten, da über Afghanistan wichtige Treibstoff-Importe führen. Über die Ressourcenströme hat Turkmenistan seither mit den Taliban Gespräche geführt, und auch über konkrete Schritte gegen die Etablierung von Fluchtwegen aus Afghanistan heraus. Schon im afghanischen Bürgerkrieg schob Turkmenistan 8000 afghanische Geflüchtete ab, eine ähnliche ablehnende Haltung bewies das Land auch 2021. Turkmenistans Wasserpolitik ist – ähnlich der Usbekistans – auf Ernährungssicherheit und Baumwollanbau ausgerichtet. Das Wasser bezieht das Land u.a. aus dem Amudarja, dem durch Staudämme in Tadschikistan viel Wasser entnommen wird. Durch einen eigenen turkmenischen Wasserkanal und extensive Bewässerung der Landwirtschaft, trägt auch die geringe Wassermenge des Amudarja zum Austrocknen des Aral-Sees bei. Diese turkmenischen Wasserprojekte haben zu kleinen militärischen Konflikten mit Usbekistan geführt. Doch Turkmenistan ist nicht so sehr von dem Baumwollanbau und dem Wasser abhängig wie Usbekistan: 70% der Staatseinnahmen stammen aus dem Export von Erdgas, größtenteils nach China. Der Konflikt mit Usbekistan schlief ein. Der Harirud-Fluss, der in Afghanistan entspringt, und teilweise die iranisch-turkmenische Grenze bildet, ist ein Konfliktpunkt mit der Wasserpolitik Afghanistans. An ihm wurde auch der Iranisch-Turkmenische Freundschaftsdamm (Dostluk) errichtet, den die afghanische Regierung mit Sorge betrachtete. Umgekehrt ist Turkmenistan von einer geringeren Durchflussmenge des Harirud durch den Afghanisch-Indischen Freundschaftsdamm (Salma) betroffen. Auch der Iran spürt die Auswirkungen des Salma-Staudamms.
Quellen
- Youtubewww.youtube.comhttps://www.youtube.com/watch?v=-9QYu8LtH2E
- neues deutschlandwww.nd-aktuell.dehttps://www.nd-aktuell.de/artikel/1154512.taliban-afghanistans-vergessener-nachbar.html
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- En · Wikipediaen.wikipedia.orghttps://en.wikipedia.org/wiki/Afghan-India_Friendship_Dam