07.01.2022 — Kongo / Europa / Demokratische Republik Kongo
In wenigen Jahren jährt sich der Beginn der Kongo-Kriege zum 30. mal. Als wir in Europa einmal 30 Jahre lang Krieg hatten, konnten die bewaffneten Auseinandersetzungen nur durch den Westfälischen Frieden beendet werden. Er umfasste Einigungen, die sowohl militärische Konflikte, als auch religiöse Konflikte, als auch ständische Konflikte, als auch territoriale Konflikte, als auch hegemoniale Konflikte lösten. Nur weil alle diese Konflikte (mehr oder weniger) zufriedenstellend, vor allem aber gleichzeitig gelöst werden konnten, endete der Dreißigjährige Krieg. Der deutsche Politikwissenschaftler Herfried Münkler vertritt die Position, dass eine solche Form der umfassenden Friedensverträge im 21. Jahrhundert wieder relevant werden, weil die Konflikte von heute den Konflikten von damals ähneln. Wobei für den historischen Kontext anzumerken ist, dass die Stabilität des Westfälischen Friedens eine wichtige Voraussetzung für die europäische Kolonisation und den Imperialismus war und somit an der aktuellen Situation im Osten der Demokratische Republik Kongo eine historische Teilschuld trägt.