09.01.2020
Nicht vergessen! 1925 wurde das Deutsche Institut für technische Arbeitsschulung (DINTA) für die Ausbildung von Führungskräften gegründet. Diese Modernisierungsmaßnahme reagierte auf eine Liberalisierung des Marktes, auf dem sich nun immer mehr Unternehmen befanden, die nicht von einer einzigen Familie geleitet wurden. In den Lehrgängen wurde empfohlen, das Innenleben der Arbeitnehmer zu beeinflussen: "Ein Mann muss das Gefühl haben, dass er zum Werk gehört. Auch darin liegt eine Entlohnung, die man nicht hoch genug schätzen kann." Der Arbeiter sollte das Gefühl von Verantwortung und Stolz für seine Arbeit bekommen, der Arbeitnehmer sollte dem Arbeitgeber dankbar für seine Anstellung sein. Zu dieser Zeit entstehen auch die Begriffe "Arbeitgeber" und "Arbeitnehmer". Der Arbeitslast wird Arbeitsfreude entgegengesetzt. Die Machtergreifung der Nazis stellt in dieser Hinsicht erstmal keine Zäsur dar. Bis 1940 entwickelt man die Lösungsansätze der Weimarer Republik weiter. Unter den Nazis werden Musterbetriebe noch unter den Kriterien, wie Herzenswärme und Betriebssport ausgezeichnet. Mit dem Anlaufen der Kriegswirtschaft reichte es jedoch nicht mehr aus, die Arbeiter bei Laune zu halten. Aus der 40-Stunden-Woche wurde die 60-Stunden-Woche zur neuen Norm. Die Konzepte wandeln sich. Laut Hermann Göring ist eine "heilige Begeisterung" für die Arbeit notwendig; es findet eine Sakralisierung statt. Neben Ost- und Westfront wird der Begriff der Arbeitsfront etabliert. Die Arbeitsmoral kommt zum Erliegen und die Großkonzerne können den Luxus-Konsum der Vorkriegszeit nicht aufrechterhalten. Betriebliche Erhohlungsräume werden abgeschafft und Vergünstigungen im Wohnen gekappt. Den Firmen spart das wertvolle Ressourcen.