28.01.2020 — Ägypten / Afrika / Eritrea
Nicht vergessen! Seit dem 3. Jahrtausend v.Chr. importierten ägyptische Händler Weihrauch, Ebenholz, Elfenbein, Gold, Schminke, Silber, Salz, Affen, Hunde, Pantherfelle, Straußeneier und Straußenfedern aus einem geheimnisvollen Land im Süden, das sie _"Ta Netjer"_ ("Gottesland") nannten. Die beschriebene Gottheit war Hathor, die in Ägypten oft mit Stieren in Verbindung gebracht wird. Wahrscheinlich gab es dort also viele Stiere oder viele Stierdarstellungen. Der Stier steht in sehr vielen Kulturen für die männliche Fruchtbarkeit. Dieses "Gottesland" bekam im Neuen Reich Ägyptens den Eigennamen "Punt". Punt lag wohl an der ostafrikanischen Westküste im Horn von Afrika (Eritrea, Somalia, Äthiopien, Dschibuti). Die angrenzenden Gewässer waren das südliche rote Meer und der Golf von Aden. Auf der anderen Seite dieser Gewässer liegt die arabische Halbinsel, wo sich der Einfluss eines Staates Punt über das südliche Saudi Arabien und den Jemen erstreckt haben könnte. Diese Landstriche werden in der heutigen Wissenschaft als "Goldland" bezeichnet, also als einen mythologischen Ort, in dem großer Reichtum herrschte, von dem aber keine eindeutigen archäologischen Nachweise überliefert sind. Wie also Eldorado. Einen Staat Punt gab es also wohl eher nicht. Nichtsdestotrotz haben die Ägypter mit der Region Handel betrieben und von dort besagte Waren importiert. Es gab sogar nachweisbare Expeditionen dorthin, die in der weit-südlichen ägyptischen Stadt Gebtu starteten. Von hier aus konnte eine Karawane die Strecke zum Roten Meer in fünf Tagen zurücklegen. Die Pharaonen Sahure, Thutmósis III, Ramses III, die Beamten Bawerdjed und Henenu und auch die Pharaonin Hatschepsut reisten dort hin. Aus Hatschepsuts Grab sind die reichsten Darstellungen Punt überliefert. Heute reklamiert die autonome Region Puntland in Somalia für sich, das Kernland eines antiken Staates gewesen zu sein.