11.02.2020 — Syrien / Iran
Nicht vergessen! Die südmesopotamische Stadt Uruk gab einer ganzen Periode, der Uruk-Zeit ihren Namen. Bei einem Siedlungsgebiet von 440 Hektar lebten dort mindestens 25.000 bis 40.000 Personen, wobei in der Späturuk-Zeit eine Verzehnfachung der Siedlungsdichte festzustellen ist. Sie war ohne Zweifel das wirtschaftliche und kulturelle Zentrum Mesopotamiens um das Jahr 3000 v.Chr. und so wurden die hier hergestellten Glockentöpfe zu Hunderttausenden in einem bis Syrien und dem Iran reichenden Gebiet gefunden. Viele Bereiche waren zentralisiert, was eine Spezialisierung ermöglichte. Das führte zwar zu einer Risikominderung, wie von Hungerkrisen oder technischem Versagen, aber auch zu einer sozialen Schichtung. In den wertvollen Schrifttafeln findet man Berechnungen, die das Ausmaß der Zentralisierung, aber auch der sozialen Schichtung zeigen: Für die Errichtung der Terrasse im E'ana-Bezirk von Uruk benötigte man etwa 1500 Mann für 5 Jahre bei einem zehnstündigen Arbeitstag. Ob es sich bei den Folter- und Gefangenenszenen in aus der Zeit gefundenen Darstellungen um Koflikte mit den Arbeitermassen handelt oder um Kriegsszenen, bleibt unklar.