19.02.2020
Nicht vergessen! Paris ist in den 1980ern zwar noch immer die Stadt der Mode, doch die neue Schönheitsnorm stammt aus Kalifornien. Athletische Mädchen, die ihre Freizeit am Strand und im Wasser verbringen triumphieren. Frauenzeitschriften, wie ELLE und Sportmagazine, wie Sports Illustrated titeln mit diesen teils nackten Körpern. Cindy Crawford verkörpert einen gesunden, energetischen Körper, darf sich somit aber auch nicht als emanzipierte Frau in Szene setzen. Mit ihren Fitness-Videos hat sie einen unglaublichen Erfolg und trägt zum Aerobic-Hype bei. Aus dieser Marktnische entstanden Phänomene wie Fitnessstudios, Zumba, TV-Formate wie "The Biggest Looser" und sehr viele Produkte, die heute in Dauerwerbesendungen angepriesen werden. Das alles sind Relikte der sport-dogmatischen 1980er. Dieses Dogma führte dazu, dass insbesondere die Models ihren Körper nicht schonten: sie mussten schön sein, Spaß an der Arbeit empfinden und als Mutter die Familie im Schwung halten. Die Modeindustrie beharrte darauf, dass das Ergebnis der Frauen-Emanzipation sei und verkaufte es unter diesem Titel. Doch nur, weil Polsterkissen die weiblichen Schultern breiter machten, als die männlichen hieß das noch lange kein gesundes Geschlechterverhältnis.