16.10.2023 — Welt / Irak / Ukraine
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Zuletzt möchte ich noch einige Worte zu Werbung in alten Zeitungen schreiben. Die Werbung in den Zeitungen von 1903 hatte einen viel größeren Stellenwert als in den meisten heutigen digitalen und analogen Zeitungen. Die von mir gelesenen Zeitungen von damals, auch die ganz großen, waren eher Werbeblätter mit kleinen journalistischen Zusätzen. Das war bei der Suche nach relevanten Informationen manchmal störend, aber es war auch unterhaltsam. So las ich eine Werbeanzeige eines Zahnarztes, der Zahnfüllungen "nur mit Elektrizität" herstellte, eine (heute) altmodische Kaffeekanne wurde als "technologisches Wunder" präsentiert und in einer US-Regionalzeitung gab ein Imker in seinem Werbebereich zu, dass er keine Zeit habe, sich eine Werbung auszudenken, die Leute aber trotzdem bei ihm kaufen sollten - ein Werbetrick? Leider habe ich keine Quellen für diese Kuriositäten, weil ich nicht dachte, dass ich noch etwas dazu schreiben würde. Aber Werbung ist nicht nur kurios und das Abbild des Privatlebens der 1900er-Jahre, sie kann auch politische und gesellschaftliche Macht haben. Wie im Abschnitt zu Kolumbien erwähnt, waren die Anfänge des Panamakanals von Krieg gezeichnet und durch hegemoniale Interessen. Trotzdem sehe ich den Panamakanal und das Land Panama heutzutage eher rein positiv konnotiert, der Kanal als technologisches Meisterwerk und das Land nicht zuletzt wegen der Janosch-Geschichte "Oh, wie schön ist Panama". Diese Tendenz begann schon im frühen 20. Jahrhundert mit der enormen Popularität des Panama-Huts, der prominente Träger hatte aber auch, wie in alten Filmaufnahmen des öffentlichen Lebens gesichtet werden kann, von der Masse getragen wurde. Der Hut erlebte durch zurückkehrende Arbeiter und Ingenieure des Panamakanalbaus ebenso Popularität, wie durch Fotos des Präsidenten Roosevelt mit dieser Kopfbedeckung. Doch schon in den Zeitungen von 1903 finden sich hier und da größere und kleinere Werbeanzeigen für den Panamahut.
Vielen Dank.