20.03.2020
Nicht vergessen! Die Sumerer und Babylonier behaupteten, dass ihre Überlieferung viele Jahrtausende zurück bis weit vor die Sintflut reicht. Sie nennen auch eine große Zahl von urzeitlichen Königen samt ihrer Regierungszeiten, die zusammengerechnet auf 72.000 Jahre kommen. Ausgrabungen beweisen allerdings, dass es erste Siedlungsspuren sicher nicht so lang gab. Es wird vermutet, dass die Sumerer und Babylonier mit dem Titel "König" auch Stammesfürsten gemeint haben könnten, die es auch schon vor Entwicklung des Ackerbaus gegeben haben muss. "Sumer" bezeichnet die Region des südlichen Mesopotamien und bedeutet "Kulturland". Das ist einerseits auf die Bildung von Kulturlandschaft zurückzuführen, aber auch auf die Entstehung einer Hochkultur. Der Einwanderung der Sumerer war eine Phase des kulturellen Niedergangs vorausgegangen, über die wir fast nichts wissen. Sie betraf auch iranische Kulturkreise, wie Elam am persischen Golf. Der sumerische Neubeginn wird zunächst in der Architektur sichtbar: neben die ausgereifte Form der Terassentempel treten nun monumentale Tempelanlagen, zum Teil mit einem Mauerwerk aus Gussbeton - das im Land des Lehmbaus! Die Tempel bestanden aus drei Schiffen, von denen das längste teils bis an die 80m maß. Eine Säulenhalle verband sie mit benachbarten Tempeln. Auch der Bauschmuck war einzigartig: man steckte in den Wandverputz unzählige Tonkegelchen und gefärbte Steinköpfe. Die dadurch gebildeten Mosaike zeigten Rautenmuster, die das Geflecht von Schilfmatten nachahmten. Schilfmatten waren wichtige Alltagsgegenstände, da sie gegen Sonne und Regen schützten und aus ihnen Boote gebaut wurden.