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02.04.2020 — Welt / Niger

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Nicht vergessen! Die Ténéré-Kultur stammt aus der Ténéré-Wüste im Norden Nigers, die Teil der Sahara ist. Die Menschen lebten von Viehzucht, Fischfang und Jagd, wie die meisten Menschen der damaligen Welt, doch ihre Überreste sind uns besonders gut erhalten. Die Kultur hörte um 2500 v.Chr. auf zu existieren, da ihr ergrünter Lebensraum immer mehr desertifizierte, also von der Sahara verschluckt wurde. In der Trockenheit blieben Grabbeilagen gut erhalten und daher kennen wir ihre Lebensweise. So deuten aus Nilpferdzähnen gefertigter Schmuck und Keramik als Grabbeilagen auf spirituelle Vorstellungen. Rund 200 Skelette wurden gefunden, von denen die meisten ein Leben erzählten, das in fruchtbaren und sehr angenehmen Lebensräumen geführt wurde. Die Tenerier waren deutlich kleiner und weniger robust als ihre kurzzeitigen Nachbarn der Kiffian-Kultur, die ihrem Körperbau nach spezialisierte Jäger auf große Savannen-Tiere waren. Ihre Geschichte ist geprägt von Migration, wie die Geschichte aller Völker und Zeiten. Die Kiffian waren nämlich eng verwandt mit Ibéromaurusiern, die, wie es ihr Name verrät, im Nordwesten Afrikas und Iberien lebten, sowie den Capsiern, die ebenfalls dort lebten. Diese beiden Kulturen sind gute Beispiele für uns, zu verstehen, wie grün die Sahara einmal gewesen ist. Dass eine steinzeitliche Gruppe an Menschen ohne grundsätzliche Versorgungsprobleme die Strecke vom Norden Marokkos bis in den Niger zurücklegt, wäre unter den heutigen Umständen undenkbar.