28.04.2020 — USA / Karibik
Nicht vergessen! 1434 landeten portugiesische Händler an der Küste Nigerias und stifteten die Ansässigen an, u.a. Igbo aus dem Landesinneren zu verschleppen. Die portugiesische Geopolitik war damals noch nicht auf die Etablierung von Weltreichen aus, sondern sollte ein weltweites Handelsnetz erstellen. Sie nutzten das bereits bestehende Haussklaven-System der Küsten Westafrikas aus und stiegen in den Menschenhandel ein, jedoch als Softpower. Mit dem Auftreten der Niederländer und der Briten in Igbo-Ländern verschärfte sich die innenpolitische Lage verheerend. Die Europäer zogen hier nicht brandschatzend und raubend durch die Länder, sondern ließen diese Aufgabe von den Aro erledigen. Es wurden zunächst keine Igbo entführt, die gut in die Igbo-Gesellschaft integriert waren, wenn dann nur in kleinem Maße, sondern solche, die als Verbrecher verurteilt wurden und als Delinquenten bekannt waren. Um so viel Kapital wie möglich aus dem Menschenhandel zu schlagen, terrorisierten die Briten und Aro die Gemeinschaften, um innere Verwerfungen anzuheizen, wobei die Aro von den Briten dazu erpresst wurden. Bis 1807 wurden 1,7 Millionen politisch und rechtlich verfolgte Igbo von den Briten in die Karibik und die USA verschifft. Da ihre Gesellschaft nach dem Prinzip aufgebaut war, jeder sei für seine Lebenssituation selbst verantwortlich, hielten viele versklavte Igbo ihre Lage für selbstverschuldet und entzogen sich ihr durch Selbstmord. Wenn sie die Überfahrt überlebten, mussten sie überwiegend auf Zuckerrohr- und Baumwollplantagen arbeiten. Igbo-Sklaven waren, auch durch ihren kulturellen Hintergrund dafür bekannt, äußerst rebellisch zu sein und begingen später in den Amerikas häufig als Akt des Widerstands Suizid.