12.05.2020 — Äthiopien / Niger / Norwegen
Nicht vergessen! Im ersten Jahr des Biafra-Krieges hatte die Zivilbevölkerung noch die Hoffnung, der Krieg würde sie verschonen und die Schlachten außerhalb der Städte stattfinden. Die Frauen waren vielerorts in traditionellen Männerberufen zum Einsatz gekommen, da die Nachfrage nach Soldaten groß war. Die Hoffnung lag auch auf einer friedlichen Lösung. So kam es etwa zu Verhandlungen in Äthiopien unter der Schirmherrschaft des äthiopischen Kaisers Haile Selassie, der als wichtigster politischer und geistlicher Führer Afrikas, sowie der Afroamerikaner galt, die jedoch scheiterten. Die Fronten im Stillstand wusste sich Gowon anders zu helfen und erließ eine wirtschaftliche Blockade Biafras, die Nahrungsmittel- und Waffenlieferungen via Land, Luft und See verbot. Das war die destruktivste politische Entscheidung in der Geschichte Westafrikas, da sie unmittelbar zu einer Hungerwelle führte, die 2,5 Millionen Menschen das Leben kostete, davon die meisten Kinder. Vor dem Krieg waren selbstgefangene Fische aus dem Meer und dem Niger-Fluss, sowie aus Norwegen importierter Stockfisch die Hauptproteinquelle für die Bewohner der Ostregion. Nachdem Fischerei und Stockfisch-Import verboten wurden, bestand die Diät der meisten Bewohner aus Stampf, einer Mischung aus Pflanzensekreten und Staub. Während des Biafra-Krieges waren westliche Medien bald omnipräsent und lieferten Bilder der Hungernden um die Welt. Das Bild des verhungernden afrikanischen Kindes, das bis heute unser Afrika-Bild prägt war geboren. Biafra-Kinder. Die Aushungerungsstrategie der nigerianischen Regierung war unhaltbar, wurde aber immer weiter fortgesetzt, um General Ojukwu zur Kapitulation zu zwingen.