20.08.2020 — Dänemark
Nicht vergessen! (Bayern-Reise 13) Eine wieder hergerichtete römische Villa Rustica, ein Landhaus steht in Möckenlohe, einige Kilometer westlich der A9. Durch den Zufallsfund eines altphilologischen Land- und Pferdewirts und eine liebevolle Rekonstruktion der Gebäude entsteht so ein Verständnis für die Lebensweise der Römer in Bayern. Alle Zimmer sind voll eingerichtet und begehbar: In der Küche stehen Ofen, Arbeits- und Esstisch, im Keller stehen Amphoren und Fässer im noch antiken Mauerwerk, die Fußbodenheizung und Zisterne sind in den Boden eingelassen, und Außerhalb ist ein Streichelzoo mit Schweinen, Rindern, Pferden, Ziegen, wie sie anno dazumal die Römer gehalten haben müssen, was entsprechende Knochenfunde nahelegen. Fast jedes Jahr Anfang August wird auf dem Hof ein großes Römerfest mit Braten, Markt, Verkleidungen und Bier gefeiert. Vor 1800 Jahren wurde der Hof wohl von einem Römer gegründet, der nach 25 Jahren im Soldatendienst im nahegelegenen Kastell Pfünz mit Boden abgefunden wurde. Der Gutsherr muss jedoch schon vor seiner Militärkarriere landwirtschaftlich geschult gewesen sein, da er sonst wohl kaum eine solche Fläche hätte bewirtschaften können. Abnehmer seiner Produkte waren wahrscheinlich die Römerlager am Limes. Auch heute noch werden über die A9 Lebensmittel transportiert, wie etwa Tiefkühlpizza nach Dänemark. Das Römerkastell Pfünz liegt im Altmühltal auf einer felsigen Anhöhe. Auch von ihm sind Teile, das Nordtor und der Eckturm rekonstruiert. 380 Fußsoldaten und 180 Reiter waren hier für den Ernstfall stationiert und es war auch ein Anlaufpunkt für das berittene römische Postsystem, das damals am Tag bis zu 300km zurücklegen konnte. Im Jahr 233 n.Chr. eroberten Allemannen die Römerlager und überrannten den Limes. Erst mehrere Jahrhunderte später war das Verkehrssystem wieder auf solch hohem Niveau.