11.11.2019 — Europa / Ungarn / Rumänien
Das Neolithikum in Europa lässt sich in fünf Kulturareale unterteilen: Südosteuropa, Donau, Südskandinavien, Westeuropa und Nordosteuropa. In Südosteuropa war der griechisch-thessalische Raum der fortgeschrittenste. Die erste Keramik, einfache Ware mit Fingernägeleindrücken ist ebenso in Thessalien, wie im mittleren Westbalkan zu finden und verbreitete sich von diesen beiden Hotspots. Die balkanische Variante, die auch in Ungarn und Rumänien verbreitet ist, nennt man Körös-Keramik (6200-5600 v.Chr.), die thessalische Variante entwickelte sich zur Sesklo-Ware (6300-5300 v.Chr.). Die Keramik war mit Spiral- und Mäandermotiven in rot und weiß angemalt. In Thessalien sind aus dem Neolithikum die beiden großen Siedlungshügel Sesklo und Dimini mit rechteckigen Hausanlagen bekannt. An Mahlsteinen, Unterlagsplatten, Haustierresten und Knochengeräten erkennt man eine bäuerliche Ausrichtung dieser Gesellschaft. Im serbisch-ungarischen Grenzgebiet, also der Körös-Kuktur sind auch zum ersten mal figural verzierte Gefäßdeckel bekannt. Die bäuerliche Fruchtbarkeitsideologie spiegelt sich hier zwar nicht in Idolen wieder, dafür in figürlicher Verzierung. Der südosteuropäische Kulturraum ist eigenartig schillernd im Vergleich mit dem nördlich anschließenden Donau-Kulturraum.