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12.10.2020 — Italien / Spanien / Deutschland

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Ursprünge des Faschismus (Kurzfassung unten) „Faschismus“ ist ein moderner Begriff, der zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Italien zur Geltung kam. Er kann nicht definiert werden, da er unglaublich divers ist. Es gibt mindestens so viele Faschismen, wie es auf unserer Erde Nationen gibt. Ein „faschistisches Minimum“ kann man auch nicht festlegen: Ansätze dafür reichen von Antisemitismus und Rassismus, über Kolonialismus bis zum Völkermord. Wiederkehrende Motive faschistischer Regimes sind: mystischer, völkischer Nationalismus, paramilitärische Gruppen, die erzwungene Bipolarisierung in „Gut und Böse“, Intellektuellenfeindlichkeit, Einschränkung der Presse, Anti-Modernismus, Anti-Liberalismus, Anti-Kommunismus, patriarchale Maskulinität und insbesondere eine breite Militarisierung der Öffentlichkeit. Ursprünglich aus Italien stammend, nahm der Faschismus bald in anderen Ländern, wie Spanien, Deutschland und Rumänien Form an. Der Faschismus entstand in diesen Ländern jedoch nicht unter dem Vorbild des italienischen Faschismus, sondern relativ souverän, höchstens in Anlehnung an ihn und mit ähnlichen Ursachen. Den spanischen Faschismus nennen wir Franquismus, den deutschen Nationalsozialismus und den rumänischen Gardismus. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, denn ebenso, wie der Faschismus sehr facettenreich ist, ist es sein Aufstieg und dessen sozio-ökonomischer Hintergrund.

Vorgeschichte Italiens Der italienische Faschismus begann sich während der Bildung des italienischen Nationalstaates in den 1870er Jahren zu entwickeln. Zuvor hatte 50 Jahre lang der „Risorgimiento“ (Wiederauferstehung) stattgefunden, eine soziale Bewegung in Italien, die eine italienische Republik errichten wollte, ähnlich wie in Deutschland. Die Bewegung war äußerst heterogen: neben Liberalen und Monarchisten kämpften bald Nationalisten, Marxisten, Sozialisten und Kapitalisten mal mit- mal gegeneinander, natürlich immer unter Beteiligung ausländischer Interessensgruppen und des mächtigen Vatikanstaats. Die Arbeiterbewegung vereinnahmte sich ebenfalls den Gedanken einer Republik und begab sich somit aufs Spielfeld, auf dem als Summe und Differenz aller Bewegungen eben auch der Faschismus entstand. Der 1870 gegründete Staat wurde kontrolliert von den liberalen Kapitalisten der Städte und den konservativen Großgrundbesitzern des Landes, unter denen die Unterdrückung der Arbeiterklasse ihren Fortlauf nahm und sich verschärfte. 1912 hatten nur einmal 7% der Bevölkerung das Wahlrecht, Inflation und Staatsverschuldung prägten die italienischen Finanzen. Sie waren zwar an der Macht, aber nicht mächtig genug, um die sozialistischen Bewegungen und Streiks der 1910er Jahre alleine aufzuhalten. Daher gründeten viele Großbürger private Milizen, die zunächst als Sicherheitsdienste fungierten, aber schon bald große Teile „verdächtiger“ Stadt- und Landbevölkerung terrorisierten. Aus diesen paramilitärischen Truppen entstand später der bewaffnete Arm des Faschismus.

Quellen

  1. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Elemente_und_Ursprnge_totaler_Herrschaft
  2. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Franquismus
  3. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Eiserne_Garde
  4. Bpbwww.bpb.de
    https://www.bpb.de/politik/hintergrund-aktuell/147468/benito-mussolini-kommt-an-die-macht-30-10-2012