26.12.2020 — USA / Spanien / Mexiko
Die Korruption auf höchster Regierungsebene zeigte sich 2020 mehrfach. Der ehemalige Chef des staatlichen mexikanischen Erdölkonzerns Pemex Lozoya wurde in Spanien wegen Geldwäsche und Bestechung festgenommen. Lozoya könnte gegen den Ex-Präsidenten Peña Nieto aussagen, unter dem zwei Milliarden Dollar veruntreut wurden (15.2). Gegen Peña Nieto wurden außerdem Ermittlungen wegen Korruption im lateinamerikaweiten Odebrecht-Skandal eingeleitet (16.8). Vergangene Massaker wurden untersucht (1.7,16.9) und daraufhin Polizisten und Soldaten verhaftet (27.9). Präsident Amlo beschuldigte einen weiteren Vorgänger, den ehemaligen Präsidenten Calderón, aus Mexiko einen Narco-Staat gemacht zu haben (22.8). Daraufhin leitete Amlo ein Referendum in die Wege, in dem darüber abgestimmt werde soll, ob fünf seiner Vorgänger wegen Narco-Kriminalität strafrechtlich verfolgt werden sollen (16.9). Der Senat stimmte für eine dementsprechende Verfassungsänderung (5.12). Der ehemalige Verteidigungsminister Cienfuegos wurde bereits in den USA wegen Drogenkriminalität festgenommen (16.10), aber wieder freigelassen (18.11). Im April rief die Regierung den Notstand aus (1.4). Die Corona-Pandemie bedrohte in Mexiko 50 Millionen Arbeitsplätze (21.3), was zu existenzieller Not in Unter- und Mittelschicht führte (13.4). De facto fielen bis Juni 25 Millionen Arbeitsplätze weg (12.6). Als Maßnahme gegen Armut erhöhte Mexiko den Mindestlohn um 15% (17.12), was jedoch nur jenen mit Arbeit hilft. Die mit Armut verbundene Diabetes-Epidemie, die 10% des Landes trifft, würde laut WHO zu 6% mehr Intensivpatienten führen (1.4). Der Bundesstaat Oaxaca verbot im Zuge dessen den Verkauf von Junk-Food an Minderjährige (8.8). Als mancherorts effektivste Hilfsdienstleister profilierten sich einige Drogen-Gangs, die dadurch ihre Verwurzelung in der Bevölkerung vorantrieben (21.4). Da der Staat bei der materiellen Unterstützung der Bevölkerung versagte, blieb ihm wenig mehr übrig, als die Wirtschaft früh wieder schrittweise zu öffnen (13.5), obwohl die Krankenhäuser der Städte an der Belastungsgrenze waren (22.5,25.7). 120.000 Mexikanerinnen und Mexikaner starben bisher an Covid-19. Verschärft wurde die Lage der Bevölkerung durch eine brutal tödliche Sturmsaison, die in der Region über 200 Menschen tötete (7.11). Leid und Hoffnung waren sich in diesem Jahr sehr nah.