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22.11.2019 — Welt / Europa

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Während in manchen Regionen der Erde der Besitz von Schrift und Metallwerkzeuge entstanden, bleiben andere schriftlose Bauerngesellschaften, oder gar Jäger und Sammler. Diese historischen Ungleichheiten werfen lange Schatten auf die moderne Welt, da die Gesellschaften mit Schrift und Metall jene anderen Gesellschaften auslöschten oder unterwarfen. Die Gründe für diese Ungleichheit - ganz Neuguinea lebte beispielsweise bis vor 200 Jahren in der Steinzeit - haben nichts mit den Menschen an sich zu tun. Neuguineer sind ebenso intelligent wie die Europäer, die ihr Land kolonisierten und Stahläxte, Streichhölzer, Medizin und Kleidung einführten. Diese Ungleichheit hält bis heute an, nicht nur zwischen Neuguinea und Europa, sondern zwischen allen "Dritte Welt"-Ländern und den Wirtschaftsnationen, sowie innerhalb dieser Länder zwischen Arm und Reich. Wie kam es dazu, dass Reichtum und Macht heute so verteilt ist, wie wir es kennen und nicht anders? Über diese Frage streiten sich Historiker seit Jahrzehnten und es gibt hunderte Abhandlungen und Bücher über das Thema. Grob vereinfacht kann man sagen, dass die Ressourcen Wasser, Boden und Metall ausschlaggebend sind. Auch die Evolution, die in manchen Regionen der Erde keine Domestikation der dort lebenden Tiere und Pflanzen erlaubte ist ein wichtiger Faktor. Mit anderen Worten: Es ist eine Frage von Glück oder Pech, ob eine Person in eine arme oder reiche Region geboren wird. Mit dem jetzt schon gewaltigen und noch zunehmenden Einfluss des Menschen auf die Umwelt wird es in Zukunft nur noch ein Pech sein, überhaupt geboren zu werden.