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01.06.2021 — Kolumbien

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In Kolumbien hatte Ende März eine von langer Hand geplante Streik- und Protestwelle das Land erfasst. Zunächst richteten sie sich gegen eine Steuerreform, die besonders die Unter- und Mittelschicht belastet hätte, indem die Umsatzsteuer für die Produkte des täglichen Bedarfs erhöht werden sollten (2.5). Nachdem der Präsident Duque das Steuerreformpaket wieder zurücknahm, verlagerte sich der Fokus der Proteste besonders auf die Polizeigewalt (3.5). Bis dahin waren bereits einige Menschen unter Polizeigewalt gestorben. Die UN stellte "exzessive Gewaltanwendung" gegen soziale Proteste in Kolumbien fest. Die Zahl der Toten sollte sich zu Ende des Monats auf 60 erhöhen (30.5). In der südlich-kolumbianischen Stadt Cali kamen die Proteste gar nicht zur Ruhe. Am 10. Mai wurde der Einsatzbefehl für die Sicherheitskräfte verstärkt und am 29. Mai setzte die Regierung die Armee gegen die Proteste in Cali ein. Daneben richteten sich die Proteste für die Abschaffung der Studiengebühren, die soziale Reform des Gesundheitssystems, eine größere Impf-Kampagne und ein Grundeinkommen (9.5).

Auch sonst war das Land in den Schlagzeilen, etwa weil sich die Zahl der intern Vertriebenen auf 27.500 verdoppelte. Etwa alle zwei Tage gibt es in Kolumbien größere Ereignisse von Vertreibungen, von denen die meisten nicht in den internationalen Medien nicht zu hören ist (2.5). Die Kämpfe, die die Menschen vertreiben sind Kämpfe um Drogenhandel und Territorium. Die größte Rebellengruppe Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia hatte eigentlich mit dem Staat Frieden geschlossen, bis der neue rechtskonservative Präsident Duque dieses Abkommen wieder auflöste (14.3.19.).