02.11.2019 — Europa
Verantwortlich für die Neolithisierung Mitteleuropas war die Bandkeramikkultur, mit der vor 8500 Jahren vom Donaubecken bis nach Paris die produzierende Wirtschaftsweise, heißt Landwirtschaft, gebracht wurde. Sehr gleichförmig, ohne große regionale Fortschritte verbreitete sie sich in Europa. Von den Mündungsgebieten der Donau bis zum Rhein gleichen sich die Fundstücke in einer erstaunlichen Weise. Da diese Fundstücke vor allem an den großen Flüssen Donau, Rhein, Seine, Saale, Elbe und Weichsel zu finden sind, kann man davon ausgehen, dass dort gezielt nach landwirtschaftlich nutzbaren Flächen gesucht wurde. Das heißt, dass es gewissermaßen Pioniere gab, die gezielt die Landwirtschaft in Europa etablierten. Ihren Namen hat die Bandkeramikkultur von der Keramik, die mit linearen Bandabdrücken verziert war. Zunächst wurden Einzelhöfe gegründet, aus denen sich Haufensiedlungen entwickelten. Besonders war vielerorts die Siedlungsweise der Pfahlbauten. Dafür werden in Seen oder stillen Flussarmen Holzpfähle in den Flussboden gerammt. Auf diesen Pflählen errichtet man in 1-3m Höhe über dem Wasserspiegel Plattformen, auf die Häuser gebaut werden. Das bietet Sicherheit. Schon im frühen 19. Jahrhundert n.Chr. wurden Überreste dieser Pfahlbauten in den Alpenseen gefunden und wurden für ein erstes Verständnis der Jungsteinzeit unentbehrlich. Die Häuser waren 20 bis 30 Meter lang und in drei Einheiten unterteilt: ein Wohnbereich, ein Arbeitsbereich und ein Stallbereich. Lagerhäuser wurden noch zusätzlich errichtet. Umgeben waren die Siedlungen von Palisaden aus Holz oder Gräben. Zu jedem Dorf gehörte ein Friedhof, wie wir ihn heute noch kennen mit Einzelgräbern und Urnenbestattung.