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03.01.2023 — Sri Lanka / Iran / Pakistan

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Besonders hart wurde Sri Lanka getroffen, das im April während gewaltsamer Proteste gegen explodierende Lebenshaltungskosten seine Schuldenrückzahlungsunfähigkeit erklären musste. Die Lebenshaltungskosten waren die Monate zuvor gestiegen und die Auslandswährungsreserven der Zentralbank waren geschrumpft, auch wegen Überschuldung und Missmanagements. Bereits im Dezember zahlte Sri Lanka dem Iran seine Schulden in der Naturalienware Tee zurück. Im März nahmen Proteste gegen die Regierung des Premierministers Minister.Rajapakse zu. Im April trat daher die gesamte Regierung zurück und neuer Premierminister wurde im Mai der mehrfache Ex-Premierminister Ranil Wickremesinghe. Die ganze Zeit über fanden gewaltsame Proteste und Generalstreiks statt, da sich Präsident G.Rajapakse weiter weigerte, zurückzutreten. Anfang Juni ebbten die Proteste ab, bis die Treibstoffknappheit extrem zunahm und sich die Proteste auch gegen Premierminister Wickremesinghe wendeten. Zur Treibstoffknappheit kam es, weil der Staat keine Dollars mehr hatte, um Treibstoff zu kaufen und die daraus erfolgende Treibstoffknappheit führte zu einer Teuerung und abnehmender Mobilität, was wiederum zu Geschäftsaufgaben und Arbeitslosigkeit führte. Die Inflation stieg auf 27% im Frühjahr, im Sommer auf über 50% und im September auf über 70%. Anfang Juli eskalierten die Proteste erneut mit der weltweit beachteten Stürmung und Besetzung des Präsidialsitzes. Präsident G.Rajapakse floh aus dem Land und trat wenig später zurück, sodass Premierminister Wickremesinghe sein Amt übernahm, der erneut den Notstand ausrief. Die Rajapakse-Dynastie, die auch in den bis 2009 anhaltenden Bürgerkrieg erheblich involviert waren, scheint seither Geschichte zu sein. Was in der Berichterstattung über diese Krise meistens nicht beleuchtet wurde, waren die verfassungsrechtlichen Veränderungen, die ihrem Ursprung bereits in einer politischen Krise 2018 hatten. Damals hatten die Rajapakses eine Verfassungsreform durchgesetzt, die das Amt des Präsidenten stärkte. Wickremesinghe, der auch damals schon gegen diese Reform war, machte sie rückgängig. Er führt nun Gespräche mit dem Internationaler Währungsfonds und Gläubigern. Seit August nimmt meine Berichterstattung über Sri Lanka rapide ab, was 2023 anders werden könnte, sollte Wickremesinghe unpopuläre IWF-Reformen umsetzen.

Pakistan erlebte eine schwächere Finanzkrise als Sri Lanka, dafür aber eine wohl ebenso große politische Krise und im September eine Klimakatastrophe. Im April setzte das Parlament Premierminister Imran Khan ab, nachdem sich seine Regierungskoalition wegen Missmanagements-Vorwürfen gegen ihn teilweise aufgelöst hatte. Khan witterte jedoch eine politische Verschwörung gegen ihn und führt seit seiner Absetzung populäre Proteste für Neuwahlen an, bei denen er möglicherweise gewinnen wurde. Im November überlebte er bei einem dieser Protestmärsche auf Islamabad einen Anschlag. Khan blieb somit auch nach seiner Absetzung die wichtigste politische Figur Pakistans. Im September, während Khans Proteste stattfanden, erlebte Pakistan außerdem den Höhepunkt der Monsun-Fluten, die 1/3 des Landes überschwemmten und zu vielen humanitären Notsituationen führte. Der Monsun 2022 war wegen des Klimawandels besonders heftig. Im Dezember nahm die Berichterstattung über Pakistan erneut zu, da die pakistanische Taliban Tehrik-i-Taliban Pakistan nach einem monatelangem Waffenstillstand wieder Anschläge verübte, nachdem ein Führungswechsel im pakistanischen Militär stattfand.