03.03.2020 — USA / Kuba
Nicht vergessen! Die Olympischen Sommerspiele 1904 in St. Louis in den USA waren noch sehr anders als heutige Sportgroßveranstaltungen. So war eine der 17 Disziplinen das Tauziehen; 2020 soll es in Tokio 51 Disziplinen geben. 1904 war aus heutiger Perspektive der Marathonlauf der Männer besonders witzig. Der Erste, der durchs Ziel ging war Frederick Lorz. Er hatte eigentlich, wie 23 seiner Mitstreiter mittendrin aufgegeben und war in ein Auto gestiegen, um sich nach Hause fahren zu lassen. Als er in der Nähe des Ziels vorbeifuhr, machte er es sich einen Spaß daraus, so zu tun als sei er Sieger des Marathons geworden. Bei seiner Ankunft in Weltbestzeit ließ er sich feiern, wurde jedoch vom Internationalen Olympischen Komitee auf Lebenszeit von weiteren Wettkämpfen ausgeschlossen. Der tatsächliche Sieger war Thomas Hicks und auch bei ihm kam es zu besonderen Unregelmäßigkeiten: Wegen der in den Kinderschuhen steckenden Sportmedizin hatte er auf der Strecke nur das Weiße vom Ei, Rattengift in geringer Dosis und Brandy zu sich genommen. Er war von der Hitze so benommen, dass er von seinen Trainern ins Ziel getragen werden musste. Trotzdem erkannte man ihm den Sieg an. Der Vierte im Ziel war der kubanische Postbote Félix Carvajal. Um seine Olympiateilnahme finanziell zu ermöglichen war er durch Kuba gerannt und hatte Geld gesammelt. Nach seiner Landung in New Orleans verlor er jedoch all sein Geld im Glücksspiel. Als er in St. Louis ankam hatte er kein Geld für Sportskleidung und lief in seinen schweren Straßenschuhen. Seine langen Hosen schnitt er ab, um die Hitze zu ertragen. Er wäre wohl Sieger geworden, wenn er nicht viel Zeit damit verloren hätte, sich von den verdorbenen Äpfeln zu erholen, die er auf der Strecke aß.