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05.01.2020 — Ägypten

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Nicht vergessen! Der Wunsch des Menschen, seine Gedanken über Zeit und Raum hinweg zu verbreiten ist nicht neu, wurde aber schon vor langer Zeit erfüllt. Die Erfindung der Hieroglyphen-Schrift ist eines der umwälzendsten Ereignisse der Menschheit. Und so ist der ägyptische Gott Thot nicht nur Gott der Schrift, sondern auch des Wissens überhaupt. Entwickelt wurden die Hieroglyphen ab 3200 v.Chr., erreichten ihre Bedeutung aber wohl erst während der Thinitenzeit ab 2700 v.Chr. Die ursprünglich 700 Zeichen entwickelten sich zu etwa 7000 Zeichen ums Jahr 0. Erst mit der Einführung des Christentums in Ägypten 394 n.Chr. gerieten sie endgültig in Vergessenheit. Um 900 wurden sie von irakischen Gelehrten entziffert, in der Renaissance von einem deutschen Jesuiten, 1814 von einem britischen Physiker und 1822 erneut von einem französischen Sprachwissenschaftler. Die Hieroglyphen sind Bilder aus dem heimischen Lebensbereich der Bewohner des Niltals, wie "Soldat", "Auge", "Giraffe", "Schwalbe", "Blume", "Berg", "Horn"... Die Ägypter erzählten also auf zweierlei Weise. Einerseits in Piktogrammen, der Bildsprache, wie wir sie auch heute zum Beispiel auf Verkehrsschildern finden, andererseits in Ideogrammen, die deutlich abstrakter sind und für etwas stehen, was man nicht abbilden kann. Aus den Ideogrammen entwickeln sich Wortzeichen. Es gibt also die Hieroglyphen, die für Wörter stehen, es gibt aber auch jene, die für Laute stehen, wie in unserem lateinischen Alphabet. Außerdem gab es einen Unterschied zwischen den in Stein gemeißelten, also der Elite vorbehaltenen Inschriften, und der Volksschrift, die im Alltag der Ägypter verwendet wurde. Abgesehen davon, dass die Regeln sehr inkonsistent sind, kann man nachvollziehen, weshalb das Entziffern so viele Anläufe brauchte. Geschrieben wurde auf Stein, Knochen, Tontafeln und Papyrus. Die längste bekannte Papyrus Rolle ist 40m lang.