05.01.2022 — Demokratische Republik Kongo / Kongo / Kinshasa
2 Die Demokratische Republik Kongo „Die Form Afrikas ähnelt einem Revolver und der Kongo ist sein Abzug.“ wird Frantz Fanon gerne zitiert. Gemeint ist damit, dass die Demokratische Republik Kongo über so viele Ressourcen verfügt, dass die Kontrolle über sie der Kontrolle über den Kontinent gleichkommt. Im Kontext von Fanons revolutionärer Aktivität bedeutet das Bild Afrikas als Revolver wohl auch die Wehrhaftigkeit Afrikas gegen die global agierenden Ausbeuter. Was bedeutet es, dass der Einfluss der Ostafrikanische Gemeinschaft nun auch diesen Abzug kontrollieren wird? Um nachzuvollziehen, welche Bedeutung die Demokratische Republik Kongo für die ostafrikanische Politik und Wirtschaft hat, bietet sich ein allgemeiner Überblick, eine historische Einordnung und eine Einführung in den Bergbausektor der Demokratische Republik Kongo an.
Die Demokratische Republik Kongo ist flächenmäßig der zweitgrößte Staat Afrikas und mit 92 Millionen Einwohnern hat es eine große Bevölkerung. Die Demokratische Republik Kongo hat fünf Zentren mit einer hohen Bevölkerungsdichte: In der Metropolregion der Hauptstadt Kinshasa im Westen leben mit 17 Millionen Menschen gut 18% der Bevölkerung, gefolgt von der zweitgrößten Stadt Lubumbashi in Katanga im äußersten Südosten des Landes mit 2,2 Millionen Menschen. Auch in Mbuji-Mayi, der Hauptstadt des zentralen Kasai leben 2,2 Millionen Menschen und mit 1,6 Millionen Einwohnern liegt Kisangani im Norden, am letzten schiffbaren Punkt des Kongo-Flusses, der auch durch Kinshasa und danach in den Atlantik fließt. Der fünfte Bevölkerungshotspot ist anders als die ersten vier, weil er sich nicht eindeutig um eine Stadt herum befindet, sondern sich entlang der Grenzen zu Uganda, Ruanda und Burundi erstreckt: In den Provinzen Ituri, Nord-Kivu und Süd-Kivu leben insgesamt 16,7 Millionen Menschen, also etwas weniger als in der Hauptstadt Kinshasa und erheblich mehr als in den letztgenannten Städten. Diese drei Provinzen sind gemeint, wenn in den Nachrichten vom Ost-Kongo, oder der Ost-Demokratische Republik Kongo die Rede ist. Zusammen mit den drei Nachbarländern bilden sie die „Region der Großen Seen“. Die Demokratische Republik Kongo grenzt an alle EAC-Mitgliedsländer außer Kenia und ist somit bereits jetzt zentral für die Wirtschaft Ostafrikas. Das ugandische Economic Policy Research Centre geht davon aus, dass der Export der aktuellen EAC-Länder in die Demokratische Republik Kongo bei einem Beitritt um jeweils 24-34% ansteigen könnte. Besonders Ruanda und Uganda werden vom Handel mit der Demokratische Republik Kongo profitieren. Doch auch Kenia hat in den letzten Jahren seine Verbindungen in die Demokratische Republik Kongo ausgebaut: Direktflüge von Nairobi nach Goma und die Eröffnung einer Filiale der kenianischen Equity Bank. Insgesamt ist davon auszugehen, dass besonders der Export von bereits aus dem Ausland importierter Ware in die Demokratische Republik Kongo zunehmen wird, die heimische Produktion dadurch also nicht so sehr profitiert. Größter Profiteur des Demokratische Republik Kongo-Beitritts zur EAC wären die kongolesischen Eisen- und Stahlexporteure und Mineralexporteure. Das Economic Policy Research Centre formuliert die Erwartung, die reichen Ressourcen der Demokratische Republik Kongo könnten die Industrialisierung ganz Ostafrikas vorantreiben, da die heimischen Industrien durch Zollsenkungen und Infrastrukturausbau die Ressourcen preiswerter kaufen könnten. In Ruanda wurde beispielsweise vor 2 Jahren die Produktion eigener Smartphones aufgenommen. Die Studie merkt aber auch an, dass die Ressourcen, die in der Demokratische Republik Kongo abgebaut werden, bereits jetzt in der EAC zu finden wären. Man kann vermuten, dass es wenig Unterschied machen wird, ob die Bodenschätze nun aus der Demokratische Republik Kongo stammen, oder aus Tansania.
Quellen
- Zbw · Euzbw.euhttps://zbw.eu/econis-archiv/bitstream/11159/6281/1/177162955X_0.pdf
- Dhahabu · Co · Kewww.dhahabu.co.kehttp://www.dhahabu.co.ke/2015/09/10/top-ten-nation-media-group-shareholders/
- Zbw · Euzbw.euhttps://zbw.eu/econis-archiv/bitstream/11159/6281/1/177162955X_0.pdf
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- Zbw · Euzbw.euhttps://zbw.eu/econis-archiv/bitstream/11159/6281/1/177162955X_0.pdf
- Reuterswww.reuters.comhttps://www.reuters.com/article/us-rwanda-telecoms-idUSKBN1WM1TN
- Zbw · Euzbw.euhttps://zbw.eu/econis-archiv/bitstream/11159/6281/1/177162955X_0.pdf