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05.08.2021 — USA / Haiti

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Indes entbrannte also ein Streit über die Machtsituation in Haiti. Am Tag vor seiner Ermordung hatte Moïse den Corona-Beauftragten Ariel Henry zum Interims-Premier ernannt. Doch der amtierende Premier Joseph erkannte das nicht an, da Henry noch nicht vereidet war. Da das Parlament nicht tagte und der Präsident tot war, gab es keine Entscheidungsgewalt, die den Führungsanspruch der beiden Männer legal beurteilen konnte (9.7). Das seit 2010 auf Eis gelegte Oberhaus des Parlaments versuchte, den Senator Lambert zum Interims-Präsidenten zu erklären, scheiterte aber bisher damit (10.7). Es war Joseph, der den Kriegszustand ausrief, und der um eine US-Intervention bat. Da die USA die Intervention bekanntlich ablehnte, verlor Joseph den entscheidenden Rückhalt und musste seinem Gegner Henry zugunsten zurücktreten, der somit auch zum Interims-Präsidenten wurde. Dieser Machtkampf wurde also maßgeblich von den USA entschieden. Er wird jedoch weitergeführt, weil auch die neue Regierung in Haiti mit den bewaffneten Gruppen der Hauptstadt, namentlich der G9-Koalition kämpfen wird. Die G9 rief nach dem Tod des Präsidenten zu Gewalt auf.

Nationalpolizei, Washington D.C., Opposition, Regierung, Parlament, G9, Wirtschaftselite, Florida... Wo sitzt also „der große Fisch“ hinter dem Auftragsmord? Die Suche nach dem Auftraggeber hinter dem Auftraggeber scheint in dieser Situation ein besserer Ansatz zu sein, als die Frage nach dem "Cui Bono?" zu stellen. Denn das „Cui Bono?“ lässt sich nicht eindeutig beantworten. Aber auch die Suche nach den Auftraggebern wird in dieser explosiven Gemengelage in Haiti wohl nicht von Erfolg gekrönt sein. Und auch eine kommende US-Intervention ist natürlich nicht ausgeschlossen.

Quellen

  1. Youtubewww.youtube.com
    https://www.youtube.com/watch?v=eznwg4cIC7Q