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08.05.2020 — USA / Nigeria / Schweiz

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Nicht vergessen! Vor 1966 hatte Nigeria als Schweiz Afrikas gegolten, als ein Land, dem der Übergang von autokratischer Fremdherrschaft zur Demokratie gelungen war. Dann kam es zu drei Putschs, die von europäisch ausgebildeten Generälen durchgeführt wurden. Doch die Armee der Bundesrepublik Nigeria hatte mit 8000 Soldaten nie genug Macht über die damals 56 Millionen Nigerianer und die drei Provinzen. Als der Militärgouverneur der Ostregion Chukwuemeka Odumegwu Ojukwu ab 1966 begann, die Igbo im Land aufzurufen, in ihre Provinz heimzukehren, verbreitete sich das Gerücht, die Region wolle sich unabhängig machen. Am Dienstagmorgen gab er die Sezession seiner Provinz von der Republik Nigeria und die Gründung des 41. afrikanischen Staates Biafra bekannt. Damit entbrannte der nigerianische Bürgerkrieg, auch Biafra-Krieg genannt, der bis heute der zweittödlichste Krieg in Afrika und bestimmt das wichtigste Ereignis der nigerianischen Geschichte ist. Biafra war reich an Erdöl und Palmöl, und viele Soldaten und Polizisten auch in den anderen Landesteilen waren Igbos. Die Lage für Nigeria sah also schlecht aus. Noch Wochen zuvor hatten sich Ojukwu und Militärchef Gowon in Ghana getroffen, um Verhandlungen zu führen. Ojukwu forderte mehr Autonomie und Selbstverwaltung für seine Provinz, sowie die Verfügung, über alle dortigen Erdölreserven. Gowon gab vor, die Forderungen anzunehmen, tat aber nach der Rückkehr in die Hauptstadt Lagos das genaue Gegenteil; er machte bekannt, statt der drei bestehenden 12 Staaten nach dem Vorbild der USA zu schaffen, wobei die Staaten kaum Souveränität hätten. Dadurch wäre die Vorherrschaft der Igbos in der Ostregion zerschlagen und sie hätten keinen Zugriff mehr auf die Erdölvorkommen. In Absprache mit Stammesvorstehern erklärte Ojukwu daher am 30. Mai 1967 die Unabhängigkeit der Republik Biafra. Für viele Bewohner bedeutete dies die Wiederherstellung vorkolonialer Zustände.