09.11.2019 — Europa
Vor 8000 Jahren wurde in Nordwesteuropa mit seinen Seenlandschaften das Brennen von Töpfen erfunden. Sie waren schwer zu transportieren und äußerst zerbrechlich, also kein typisches Werkzeug für ziehende Jäger. Ihre Verwendung deutet also auf eine Sesshaftwerdung während der Mittelsteinzeit in. Damit einher kam eine stärkere Nutzung des Wildgetreides und möglicherweise eines primitiven Anbaus, der jedoch nicht weiterentwickelt wurde. An den Meeresküsten aller Kontinente finden sich ab dem Mesolithikum typische Anhäufungen von Muschelschalen, die wallartig und bis zu 100m lang sein können. In ihnen werden noch heute weitere spannende Funde gemacht, wie Küchenabfälle, Werkzeuge, Waffen, Feuerstellen und in Europa sogar Bestattungsplätze. Den Toten wurden meist Beigaben wie Rötel, Schmuck, Waffen oder Beile ins Grab gegeben. Auch Totempfähle, aus denen sich vielleicht nachher die Grabsteine etwickelt haben, sind bekannt. Das spricht für eine ausgeprägte Glaubenskultur. Schwirrhölzer und Tanzmasken weisen auf Schamanenkulte hin. Die Tanzmasken waren mit Geweihen bestückt, was man auf steinzeitlichen Höhlenmalereien erkennen kann. In Europa allein gibt es eine unübersehbare Fülle verschiedener mesolithischer Hotspots, davon die bekanntesten das Tardenoisien und das Azilien in West- und Südwesteuropa. In Nordeuropa sind ornamentale Darstellungen verbreitet, wie Strichgruppen und Schachbrettmuster und in Iberien setzte man die altsteinzeitliche Tradition der farbenfrohen Höhlenmalereien fort, nur eben mit einer nachkaltzeitlicher Fauna. Es werden bogenbewaffnete Männergruppen dargestellt, die jagen oder gegen andere Männergruppen kämpfen. Männer tragen Kniebänder, Frauen Kopfschmuck und weite Röcke.