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11.04.2020

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al zu berichten wussten, in denen Herden wohlgenährter Tiere auf fettesten Wiesen stünden, und wo die Menschen in Tempeln aus feinstem Marmor lebten. In seinem Wahn bestand Sibelius trotz seiner Rückschläge darauf, ein zweites Mal in das Gebirgsmassiv hineinzudringen. Jedoch bestand er darauf, dass ihm aus der Wolle der vier Schafe in Lutetia ein Kleid genäht werden sollte. Es hätte Wochen gebraucht, bis die Wolle Lutetia erreicht hätte und dort eine neue Verarbeitungsform erfunden wäre, um das dichte Gestrüpp chic zu machen. Stattdessen ließ man einen ansässigen Weber ans Werk, der bereits Erfahrung mit solcher Wolle hatte. Sein Verfahren war das Stricken und Sibelius war ganz entzückt von dem Wollpullover, den er aus Lutetia glaubte. Der Lederharnisch und die Leinentücher wehrten die Winde ab und der Pullover hielt die Wärme am Körper. Seine zweite Expedition verlief erfolgreicher und es ist wohl ein Zufall der Geschichte, dass die tristen Täler der Alpen nicht nur die Wolle, sondern tatsächlich auch (mittelmäßige) Marmorfundstätten zutage brachten. Marmor in netter Farbenpracht, von dunklem Braun, über edles Weiß und schmuckes Rosa war von nun an Exportschlager von Augusta Vindelicum. Die Pekunien klimperten nur so in den Händen der Römer. Sibelius wurde gefeiert und der schwere Wollpullover zu seinem Markenzeichen. Als die erste Straße in die Alpen hineingelegt wurde und auch kleinere Siedlungen sich gründeten, stießen die in Pullover gekleideten Römer auf die Hirten, deren Schafswolle sie am Leibe trugen. Ganz nach römischer Tradition unterzogen sie die Bergbewohner einer Schnell-Kultivierung: statt der groben Felle mussten sie Pullover tragen und rasiert wurden sie auch. Aus Dankbarkeit schenkte man ihnen die Freiheit, mit der sie jedoch nichts anfangen konnten, da ihre Schafe fort waren und sie an der Kälte litten. Sie hatten nämlich keine Lederbekleidung und keine Leinentücher, die den Wind hätten abweisen können, der durch die Strickmaschen ihrer labbrigen Wollpullover pfiff. Als Sibelius nach einigen Jahren der Ruhe zufrieden in seinem Bett starb, war auch fast die gesamte ursprüngliche Bergbevölkerung durch die Kälte und vor Hunger ausgestorben.