11.10.2019 — Südostasien / Welt
und Bambus. Prähistoriker unterscheiden drei "Industrien" anhand ihrer Steinwerkzeuge, die nach ihren Fundorte benannt sind: Sonvian (40.000ya -12.000ya), Hoabinhian (12.000ya - 10.000ya) und Basconian (10.000ya - 6.000ya). Das Klima war während der Eiszeit in Südostasien recht warm und auch stabil. Es erzeugte daher nur wenig Anpassungsdruck. Die Bronzezeit Vietnams begann um 1.200 v.Chr. recht bescheiden. Im 4. Jahrhundert v. Chr. aber betrat die Dong-Son-Kultur die Bühne der Geschichte. In ihren Dörfern fertigten Bronzegießer gewaltige Trommeln mit prächtigen Reliefs. Diese Reliefs stellten insbesondere den Übergang in die Welt der Toten dar. Sie Zeigen Häuser, Boote, Kleidung, Waffen und Instrumente. Es ist zu vermuten, dass diese Trommeln bei Riten zum Einsatz kamen. Die größten Exemplare sind 80cm hoch, es gibt aber auch Miniaturversionen. [20.9. 16:11] Nahuel: *Nicht vergessen!* Gott kam zu den Menschen als sie starben, denn sie wünschten es sich so. Die Evolution von Religion beginnt bei demonstrativen Grabstätten, die auch ihren praktischen Nutzen hatten. Als Jäger und Sammler mit einem abgegrenzten Gebiet braucht man eine Legitimation, dass man sich auf seinem eigenen Land befindet. Wenn die eigenen Ahnen in diesem Land liegen und in den Kreislauf übergehen, ist die Legitimation eindeutig. Dadurch bekommen die Ahnen eine übersinnliche, gottesähnlich Rolle. Der Schutz der Ahnen durch die Lebenden passiert durch erste figürliche Darstellungen. Aus solchen Ur-Religionen sind viele noch heute praktizierte (Welt)religionen entstanden, wie der Hinduismus, der sich noch immer Darstellungen bedient, die es vor 6000 Jahren schon gab. Alle Religionen mit einem gewissen Anteil an Schamanismus haben die selben Grundzüge und möglicherweise den selben Ursprung... in spirituellen Trance-Reisen in die beseelte Welt. Diese Trance wurde durch Drogeneinfluss erreicht. Als die relativ seelenlosen monotheistischen Religionen aufkamen und die alten Götter verdrängten, entstand auch die gesellschaftliche Grundhaltung in der Welt, dass Drogen etwas schlimmes wäre. Jahrhundertealte christliche, jüdische und muslimische Propaganda ist bis heute erfolgreich. Die Visionen, die man während der Trance hat werden durch unser Nervensystem ausgelöst und da jeder Mensch das gleiche Nervensystem hat, hat jeder Mensch auch sehr ähnliche Visionen. Auch das könnte ein gemeinsamer Fußpunkt universeller religiöser Vorstellung sein. Als die Bevölkerungsdichte zunahm, nahmen auch die Konflikte zu. Nun entstand im Glaube die Figur des Helden, der aus der Unterwelt die Menschen beschützt. Aus ihm entwickelt sich ein Kulturheron, der Familien, Städte und Staaten gründet. Jetzt, da die Brücke vom Übersinnlichen zur Natur, von der Natur zum Menschengemachten und vom Menschengemachten zum Übersinnlichen geschlagen ist, kann auch jede Erfahrung in dieses Konstrukt eingebaut werden. Besonders die Angst muss immer wieder rationalisiert werden durch Erklärungen für das Unerklärliche. [22.9. 16:12] Nahuel: *Nicht vergessen!* Die Religion der Aborigines geht zurück auf die sogenannte Traumzeit. In der Sprache der Aranda heißt sie _alcheringa_, im Warlpiri _tjukurrpa_. Die Geschehnisse der Traumzeit liegen zwar in der Vergangenheit, aber die Menschen interagieren mit der Traumzeit durch Rituale. In ihr schöpfen die Schöpfungsfiguren Berge, Flüsse, das Meer und den Himmel. Sie formten heilige Orte, gaben Tieren und Pflanzen ihren Namen. Die Traumzeit ist ein Verstehenscodex, mit dem der Mensch an die Welt herangehen kann. Eine Trennung zwischen säkularem und religiös-geistigem Leben war weder möglich noch sinnvoll. Für die Aborigines gibt es auch eine persönliche Traumzeit, die aus dem eigenen Leben und dem Leben der Ahnen des selben Geschlechts bestehen. Außerdem ist die Traumzeit wie ein natürlicher Status, er ist im Glauben evident, wie im Christentum evident ist, dass Jesus Christus auferstanden und gen Himmel gefahren ist und über uns wacht. Doch im Christentum gab es Zweifler, was es bei den Aborigines kaum gab. Ein Atheismus ist für Aborigines sinnlos, schon.