15.07.2020 — Schweden
Nicht vergessen! Der Größte Krater Deutschlands ist nicht im Zweiten Weltkrieg entstanden, sondern vor 14,6 Millionen Jahren und man findet ihn am östlichsten Ende der Schwäbischen Alb. Der 1,5km lange Meteorit war im Miozän mit einer Energie von 100.000 Hiroshima-Bomben (oder 250 Zar-Bomben) eingeschlagen und hatte den Krater erzeugt, der noch 24km groß ist. Es ist der größte sichtbare Krater Deutschlands. Durch die Schüsselform entstand der Naturraum "Nördlinger Ries", das die Stadt Nördlingen zur sonnenreichsten Stadt Deutschlands macht, da die Aufwinde am Kraterrand die Wolken abbremsen und abregnen lassen, bevor sie die Stadt erreichen. Auch deshalb wird die Fläche hauptsächlich landwirtschaftlich genutzt. Die frühesten archäologische Überreste sind 70.000 Jahre alte Faustkeile in den Ofnet-Höhlen und seitdem ist das Ries stark besiedelt: zahlreiche Jungsteinzeitliche, bronzezeitliche und eisenzeitliche Kulturen hinterließen ihre Spuren. Am Westrand des Nördlinger Ries erhebt sich ein Hügel, der einmal eine gewaltige Keltenburg mit mächtigen Wallanlagen war. Der Fürstensitz war bis etwa 133 v.Chr. das Zentrum des dicht besiedelten Kraters. Im 1. Jahrhundert vor Christus verschwanden die Kelten recht schnell aus dem Donau-Raum, wohl wegen politischer Unsicherheit nach einer germanischen Masseneinwanderung, oder aus anderen Gründen. Das Machtvakuum wurde nach 100 Jahren von den Römern geschlossen. Römische Besiedlung begann exakt an der Stelle keltischer Besiedlung und machte Gebrauch von der guten Wetterlage im Ries. 85 n.Chr. entstand ein römisches Militärlager samt Siedlung, das 259/60 bei der Eroberung des heutigen Süddeutschlands an die Alamannen fiel. Im Jahre 898 ist Nördlingen, das aus der alemannischen Besiedlung hervorging zum ersten Mal urkundlich erwähnt worden, ab 1215 war es Reichsstadt. 1529 gehörte die Messe- und Handelsstadt zur protestantischen Minderheit, und wurde 1634 im Dreißigjährigen Krieg von den Schweden hart umkämpft, fiel jedoch an die katholischen Habsburger. 1803 verlor Nördlingen unter der Neuordnung Deutschlands durch Napoleon seinen Status als Reichshauptstadt. Seit 1806 gehört es zu Bayern. Bis dahin hatte Nördlingen ein besonders Bevölkerungsschrumpfen erlebt, sodass erst 1939 wieder so viele Menschen in der Stadt wohnten, wie 1618. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt kaum zerstört: Stadtmauer, der 90m hohe Kirchturm und die Altstadt sind absolut sehenswert.