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15.11.2019 — Europa

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Wie mit vielen menschlichen Errungenschaften verhält es sich auch mit der Domestizierung des Pferdes so, dass sie an mehreren Orten ihren Ursprung hat. Die Botai-Kultur in den Steppen des heutigen Kasachstans bis zur Ostukraine existierte vor 5700 bis 5100 Jahren zeitgleich mit der Jamnaja-Kultur. Das Leben der Bevölkerung hing von der Organisation der Wirtschaftstätigkeit mit den Jahreszyklen ab. Die Siedlungsräume waren 150km bis 200km voneinander entfernt, da jede Siedlung einen entsprechenden Lebensraum für die Herden benötigte. Bei den Herden handelte es sich um Millionen Wildpferden, die gejagt wurde. Für die Jagd benötigten die Botai selber Pferde und domestizierten sie hierfür. An 10% der gefunden Pferdegebisse aus der Zeit kann man Abnutzung erkennen, die auf Pferdehalfter schließen. Doch mit dem Ende der Kultur endete auch die Domestizierung der Pferde und die Zucht ruhte für 200 Jahre. Als die Pferdezucht um 3000 v.Chr. erneut begann wurde sie nicht bloß für die Jagd, sondern auch als Zug- und Lasttiere eingesetzt. Außerdem war es als Fortbewegungsmittel essentiell für die Aufrechterhaltung großer Reiche. Im Alten Orient und in Europa ist das Pferd seitdem einer der wichtigsten Motoren menschlicher Entwicklung. Gerade einmal vor 150 Jahren ging der Stern der Pferde mit der Industriellen Revolution unter.