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15.12.2019

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Es ist ein diffuses Gefühl, dem Leben nicht gewachsen zu sein. Während ein großer Teil der Menschen Sehnsucht nach Nähe, aber auch Angst davor haben und sich schnell zurückgewiesen fühlen, hat ein mindestens genauso großer Teil der Menschen eine grundlegende Sicherheit, das Leben meine es sicher gut mit ihnen. Woher diese lebensprägende psychische Sicherheit kommt haben Bindungsforscher erforscht. Es gibt einen Zusammenhang zwischen elterlicher Zuneigung im frühen Kindesalter und späterem emotionalem Lebensglück. Darunter fällt insbesondere die Beziehung zu anderen Menschen. Es ist schwierig für Eltern angemessen auf die Bedürfnisse und Emotionen des Säuglings zu reagieren. Sensibilität und Kooperation sind die Schlüssel dafür, auch wenn es keine "richtige" Weise gibt. Das Neugeborene nimmt früh eine aktive Rolle in der Bindung zu seiner Umwelt ein und bindet sich an diejenigen, die sich am meisten um es kümmern. Das ist unabhängig von Verwandtschaft, Alter und Geschlecht. So wird sein Überleben gesichert. Die Spuren der positiven Bindung kann die Neurobiologie messen: Gedächnisleistung, Aufmerksamkeits- und Bewusstseinssteuerung, Sinnes- und Bewegungsentwicklung. Das Gehirn reift besser, wenn Lernprozesse durch die selbe Bindungsperson angestoßen werden! In der Pubertät bilden sich in den Hirnen von Jugendlichen, die im frühsten Alter keine kontinuierliche Bindung erleben konnten, mehr erregende Synapsen im präfrontalen Kortex, wo emotionales Verhalten gesteuert wird. Dieser Zustand ist fast nicht reversibel.