Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute
← Nachrichten

16.02.2020 — Frankreich

1Meldungen
0Quellen
1Orte
2 minLesezeit
Meldung 01 von 1

Nicht vergessen! Das Schönheitsideal der Mode-Epochen zeigt sich an der Modeliermasse Körper, die ein Supermodel ausmacht. Es gab nur einen Paradigmenwechsel in der Modeindustrie: als das Model vom Objekt zum Subjekt wurde. Während die Technisierung im 20. Jahrhundert viele Menschensberufe ersetzt haben, war es bei den Models genau andersrum und echte Frauen ersetzten die hölzernen Mannequins. Nach dem 2. Weltkrieg bekommt dieser Beruf auch ein höheres Ansehen und wird nicht mehr mit Prostitution gleichgesetzt. Ziel ist, wie eine Dame auszusehen. Werbung und Modezeitschriften führen zur Verbreitung des Phänomens über die Grenzen Frankreichs hinaus. Zwar haben die Models schon Namen, wie Bettina in den 1950ern, doch sie waren noch nur reines Anprobemodell, in das Designer und Betrachter Leben interpretieren mussten. Damals wie heute hungerten die meisten Models, um dünner zu werden. Bis in die 1970er professionalisierte sich der Beruf und in Frankreich gab es etwa 5000 offiziell erfasste menschliche Mannequins. So setzte die Model-Gewerkschaft beim damaligen Arbeitsminister Arbeitsrechte durch. Ende der 1960er revolutionierte das erste globale Supermodel Twiggy die Modewelt. Sie steht für die Experimentierfreude der neuen Generation in Woodstock mit LSD, auf den Straßen von Paris mit Radikalismus und in der Frauenbewegung mit der Pille. Denn Twiggy steht für die Kontrolle über den eigenen Körper, die als Model damals eine absolute Ausnahme war. Doch Twiggy steht auch für einen besonders dürren Körper ohne Busen und Hüfte - das neue Schönheitsideal hatte sich durchgesetzt.