Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute
← Nachrichten

17.12.2019

1Meldungen
0Quellen
0Orte
2 minLesezeit
Meldung 01 von 1

Die Qualität und der Umgang mit einem Partner in einer Beziehung wird von langen Schatten beeinflusst, die von den Bindungserfahrungen im frühkindlichen Alter geworfen wurden. Dieses Phänomen, dass jemand, der früh positive Bindungserfahrungen macht, Rüstzeug für die positive Gestaltung einer Partnerschaft mitbekommt, ist global. Menschen die als Kleinkinder sich uneingeschränkt auf eine Person verlassen konnten, haben als Erwachsene die stabileren und intensiveren Beziehungen. Menschen ohne diesem Rüstzeug haben meistens entweder ein grundlegendes Misstrauen, das sich in Bindungsangst ausdrückt, oder ein starkes Bedürfnis nach körperlicher Nähe. Keiner der beiden Fälle kommt ohne den anderen Fall aus. Emotional Ausgeglichene sind konfliktfähiger, weil sie ein besseres Selbstbewusstsein haben. Das Selbstbewusstsein stammt aus einer frühkindlichen Selbstsicherheit, da das Kind bei einer gleichbleibenden Bindungsperson weiß, woran es hat. Für sie kommen zermürbende Streits, aber auch Eifersucht, Frust, Trennungsangst und belastende Einsamkeit nicht so oft vor. Wenn Menschen aus unsicheren Bindungen in der Pubertät keine positiven Erfahrungen mit Beziehungen machen, wird es für sie noch schwerer im Erwachsenenleben damit klarzukommen. Aber: Dieser entwicklungsbiologische Nachteil, der von der Bindungstheorie vertreten wird, ist nur tendenziös, er wird also nie das Beziehungsleben *bestimmen*. Er wird es beeinflussen. Wenn man das über sich weiß, ist der Umgang damit für manche einfacher. Und wenn ihr selber vorhabt, einmal Eltern zu werden, hört auch auf die Kritiker, die kritisieren, dass zur Zeit ein Trend der allein intellektuellen Frühförderung vorherrscht, der emotionale Bedürfnisse nicht ernstnimmt. Im Sinne der Bindungstheorie sollte es genau umgekehrt sein.