19.08.2020 — Deutschland / Syrien / Ungarn
Nicht vergessen! (Bayern-Reise 12) In der Eisenzeit lebten Kelten und Römer an der A9. Um ihr Verhältnis herum gibt es in ganz Bayern und Deutschland viele Museen und tausende Schautafeln. Römerlager, Städte und Höfe wurden entlang des Limes und südlich davon gegründet. Soldaten aus allen Teilen des Römischen Reiches, damals größer als die EU, wurden in der römischen Provinz Raetia stationiert. Der damalige Fernhandel, auch entlang der A9 brachte Pfirsiche aus Persien, Austern aus Rom, Eisen aus Germanien und Soldaten aus Syrien zu den Kelten. Der meiste Handel fand auch damals zu Fuß statt, doch größere Bestellungen der römischen Statthalter und Lager-Kommandeure wurden bereits von Ochsenkarren transportiert. Gegen Unfälle im Straßenverkehr schützten sich die Kelten schon damals mit eulenköpfigen Glücksbringern, die sie auf die metallenen Achsen ihrer Wagen setzten. Ein Erfolgsrezept der Römer war natürlich der Straßenbau in schnurgeraden Linien aus Steinplatten und festgestampften Sand. Menschengroße Meilensteine zwischen den damaligen bayerischen Metropolen Augsburg und Regensburg stehen für diese machtvolle Infrastrukturpolitik. Im keltisch dominierten Oppidum Manching bei Ingolstadt lag damals einer der größeren Verkehrsknoten an der Donau, die die römischen Provinzen in Germania mit Ungarn verbanden, aber eben auch entlang der A9 Rom im Süden mit seinen nördlichen Außengrenzen. Im Zentrum von Manching, wo heute der Flughafen ist muss eine der betriebsamsten Raststätten nördlich der Alpen gestanden haben. Der bedeutendste römische Silberschatz Deutschlands stammt von dieser Herberge und umfasst römisches Luxus-Geschirr. Auf Raststätten an der A9 findet man heutzutage eher keine Silberschätze, sondern Kippen, Senf und Kaffeedeckel.