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19.10.2020 — USA / Italien / Spanien

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Der faschistische White Supremacism hatte seit 1877 Afroamerikaner terrorisiert, ermordet, eingeschüchtert und ausgeraubt, wobei insbesondere der vom Norden finanzierte KKK den rechtsstaatlichen Schutz der Schwarzen ohne weiteres aushöhlen konnte. Nachdem der KKK 1915 wiederbelebt wurde, fasste er schon Mitte der 1920er Jahre mehr als 5 Millionen Mitglieder. Als Mussolini 1921 auf die Weltbühne platzte, wurde den US-Amerikanern sofort das gemeinsame Projekt des KKK und der Fascisti bewusst. Ein entscheidender Unterschied war die religiöse Grundlage. Während in Italien und Spanien sowohl Katholizismus, als auch Atheismus dem Faschismus verhalfen, ist es anders in den USA der Evangelismus, der traditionell Sektiererei förderte. Durch diese Aufspaltung in viele verschiedene politisch motivierte Sekten, verlor der US-Faschismus an Stärke. Die stärksten "Sekten" dieser Bewegungen waren die antisemitische Black Legion, die Grauhemden und die „Friends of New Germany“, die allesamt gegen den New Deal, Juden und Schwarze Politik betrieben und 1939 in NYC eine „Massendemonstration für wahren Amerikanismus“ anführten. Das Radioprogramm des faschistischen Predigers Father Coughlin erreichte zeitweise 30 Millionen Hörer, so viel wie kein anderes Radioprogramm der damaligen Welt. Auch in der Politik hatten sich Faschisten etabliert, wie der demokratische Gouverneur von Louisiana Huey Long, der die Zeitungen zensierte, das Kriegsrecht verhängte, öffentliche Versammlungen verbot, Gerichte besetzte, Vetternwirtschaft betrieb und radikaler Gegner des New Deals war. Nicht nur Präsident Roosevelt befürchtete einen US-amerikanischen Hitler, der mit dem Versprechen eines Grundeinkommens in der Höhe von jährlich 5000$ bis zu einem tödlichen Anschlag auf ihn immer populärer wurde. 1940 wurde das faschisten-freundlich „America First Committee“ gegründet, dessen Gallionsfigur der gefeierte Flugpionier Charles Lindbergh war. Mit Kriegseintritt der USA jedoch wurde der Wahlspruch „America First“ anti-patriotisch, da er antisemitisch belastet war – und gegen den Antisemitismus kämpften die USA schließlich. Bei den Präsidentschaftswahlen kandidierte Hueys Stellvertreter Gerald Smith mit seiner antisemitischen Partei „America First“. Heute, im Jahr 2020, haben wir einen America-First-Präsidenten im Weißen Haus. Trump und seine Anhänger übernehmen die Traditionen des US-Faschismus, wie etwa die Bezeichnung Haitis und Afrikas als „Shithole Countrys“. Trump soll in den 1990er Jahren die Reden Hitlers besessen haben. Er bestritt zwar, sie jemals gelesen zu haben – aber er ist ja auch unfähig, die Wahrheit zu sagen. Und kürzlich kündigte Donald Trump in Reaktion auf die Tötung von George Floyd und die Black-Lives-Matter-Proteste an, er würde eine Kundgebung in Tulsa abhalten – nur ein Jahr bevor sich dort das schlimmste Pogrom gegen Schwarze in der US-Geschichte zum hundertsten Mal jähren wird. Trump befasst sich nicht mit Geschichte, aber jemand in seinem Umfeld tut es ganz offensichtlich. Wir müssen Trump nicht für einen Strippenzieher halten, der einen faschistischen Coup plant, um zu erkennen, dass er nachweislich Gespür dafür hat, wie White Supremacism in den USA funktioniert, und zwar ohne dass er jemals einen Gedanken darüber zu ordnen bemüht war. So ist der Faschismus schon immer vorgegangen: Opportunistisch, beschleunigt durch seine mobilisierende Leidenschaften und angetrieben von Emotionen. Für Faschisten zählt die Tapferkeit von Rasse, Nation, Gemeinschaft als einziger moralischer Maßstab.