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20.04.2020 — Welt

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Nicht vergessen! Platon als Schüler Sokrates brachte in vieler Hinsicht einen Rückschritt für die Erdkunde, da er die alte Idee wiederaufnahm, ein Weltenbildner (Demiurgos) habe eine gestaltende Tätigkeit und habe die Welt aus dem Chaos geschaffen. Die Weltseele sollte das Band zwischen Weltbildner und Welt sein. Die Welt selbst erschien ihm als ein aus Leib und Seele bestehendes Wesen, mit Vernunft begabt, nie alternd und nie vergehend. Mit solchen Ideen verlassen wir natürlich jeden naturwissenschaftlichen Boden. Es war gegenüber der von Demokrit so hochgeförderten Erkenntnis von der Beschaffenheit der Welt in Atomen und der Entstehung der Erde ein erheblicher Rückschritt. Platon dachte sich die Erde als von großen Hohlräumen und Schächten, von Kanälen, Röhren und Adern durchzogen, durch die Ströme von flüssigem Feuer, von Schlamm, Luft und Wasser ruhelos fließen. Das Wasser sickert von der Erdoberfläche abwärts und stürzt in die Tiefe, kann aber den Mittelpunkt nicht überwinden, sondern wird in kriechende Schlangenwindungen gelenkt, oder wieder zur Oberfläche emporgetrieben, wo es Seen, Flüsse und den Ozean speist. Der größte der Erdschlünde ist der Tartaros. "In diesem Schlund strömen alle Flüsse zusammen, und von diesem strömen sie wieder aus; jeglicher nimmt aber die Beschaffenheit des Erdreichs an, das er durchströmt." Die vier Hauptströme der Erde sind der oberflächliche Okeanos in Nord-Süd-Achse und der Okeanos in Ost-West-Achse, der unterirdische Geysir Pyriphlegeton und der Kokytos, der auch im Erdinnern brodelt. Mit anderen Worten: panta rhei.