20.11.2019 — Kaukasus / Iran / Osteuropa
Die Proto-Indoeuropäische Sprache entwickelte sich in kurzer Zeit zum Indoiranischen und zum Indogermanischen. Die Indo-Aryas wanderten über den Kaukasus in den Iran und von dort nach Nordindien. So sind erstaunliche Wortähnlichkeiten zwischen zeitgenössischen und toten Sprachen zu verzeichnen, wie bei _Mutter_, _Vater_, _Bruder_ und _Tochter_. Der Name Himalaya ist verwandt mit dem lateinischen _hiems_ (Winter), der des indischen Fünfstromlandes Pandschab erinnert ans griechische _pente_ (fünf) und im Wort Maharadscha stecken die Wurzeln von lateinisch _magnus_ (groß) und _rex_ (König). Die Übereinstimmungen sind je auffälliger desto älter der verglichene Wortschatz ist. Das Indogermanische ist nach wenigen Generationen in Osteuropa entstanden, in einem Raum, wo "Buchen" wachsen. Denn dieses Wort gibt es in allen indogermanischen Sprachen, wie im Deutschen als "Baum". Der Begriff für die Siedlungsgemeinschaft der patriarchalischen Großfamilien _teuta_ steckt in unserem Wort _deutsch_. Weitere Verwandtschaften gibt es im Tier-, Religions- und Dichtervokabular. Die ältesten Flussnamen Mitteleuropas enthalten indogermanische Wortstämme: Elbe ist verwandt mit _albus_ (lat. hell), Neckar mit _niger_ (lat. dunkel) und Weser mit dem deutschen _Wasser_.