22.05.2020 — USA / Nigeria / Großbritannien
Nicht vergessen! Bis zur Ölkrise 1973 und dem damit einhergehenden Preisverfall erlebte Nigeria einen Ölboom, von dem der Oberste Militärrat unter Gowon profitierte, der Nigeria regierte. Der Oberste Militärrat bestand seit 1967 bestand ausschließlich aus Generälen, die sich gegenseitig bekämpften. Im Juli 1975 wurde Gowon von seinem ehemaligen Verbündeten Murtala Mohammed aus seinem Amt gepuscht, aber am Leben gelassen. Im Februar 1976 folgte ein weiterer Putsch, bei dem Murtala getötet wurde und General Buka Suka Dimka sich an die Spitze des Militärrats befördern wollte. Doch statt des mächtigen General Olusegun Obasanjo tötete Dimka eine falsche Person. Da Dimka nicht genug Rückhalt unter den Generälen hatte, floh er, wurde gefasst und im Mai 1976 zusammen mit 38 Weiteren öffentlich exekutiert. Statt seiner wurde Obasanjo nun Anführer Nigerias, der die Politik Murtalas fortführte, die daraus bestand, ein Gleichgewicht zwischen Norden und Süden beizubehalten. Mitte der 1970er hatte Nigeria eine Inflationsrate von 34% und die landwirtschaftliche Produktion war bei steigender Bevölkerungszahl von jährlich 3% rückläufig. Dagegen steuerte Obasanjo an, indem er in Bildung, Gesundheit, Wohnungsbau und Landwirtschaft statt in Prestige-Projekte investierte. Mit der Unterstützung der Weltbank konnte er für diese Projekte eine Milliarde US-Dollar von mehreren Banken leihen; bis 1979 wuchs diese Summe auf fast fünf Milliarden Dollar. Trotzdem wurden beispielsweise von den 200.000 versprochenen neuen Häusern bis 1980 nur 28.500 gebaut. Neben der wichtigen Ölindustrie baute Obasanjo Wasserkraftwerke und Thermalwerke. Für die Bildung schuf Obasanjo sechs Millionen neue Schulplätze und verdoppelte somit ihre Anzahl. Durch diese innenpolitischen Maßnahmen, sowie seine guten Beziehungen in die USA und nach Großbritannien etablierte Obasanjo Nigeria als eine der größten Mächte Afrikas. Im Oktober 1979 trat Obasanjo von seinem Amt ab und überreichte dem ersten demokratisch gewählten Präsidenten Shagari die Macht.