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24.07.2020 — Guyana / Belgien / Welt

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Nicht vergessen! Die gelb eingezeichneten Gebiete auf dieser Karte stellen es Kolonialambitionen Belgiens in Amerika dar. Belgien ist für europäische Verhältnisse ein vergleichbar junges Land, da es seine Unabhänigkeit von den Niederlanden erst 1830 erhielt und noch ein weiteres Jahrzehnt dafür kämpfen musste. Der erste belgische König Leopold I. hielt das Erwerben von Kolonien in Übersee für einen guten Weg, der Welt zu beweisen, dass Belgien ein Existenzrecht hat. Einige der Gebiete, die er vorhatte zu beanspruchen lagen in der Ägäis, in Indien, China und den Philippinen, doch an keinem Kontinent war er so interessiert, wie am Amerikanisachen Doppelkontinent. Die beschriebenen Territorien sind auf der Karte verzeichnet und die Rosinenpickerei spiegelt die Traumwelt wieder, in der Leopold I. lebte: Pennsylvania, Florida, Texas, Hispaniola, Zentralamerika, Kolumbien, die Guyana s, Patagonien und Buenos Aires. Die Art von Kolonie, die Belgien dann auch wirklich tatkräftig beanspruchte waren keine Siedlungskolonien, sondern fast reine Handels- und Imperiumskolonien. Der erste Anlaufpunkt der Belgier war Texas, das in den 1830er Jahren als unabhängige Nation bestand und gegen seine ehemalige Zentralregierung in Mexiko Stadt noch immer ankämpfte. In diesen angespannten Zeiten suchte Texas nach internationalen Verbündeten und stieß dabei auf Belgien. Die belgische Regierung versprach Texas Kredite und wirtschaftliche Hilfe „im Gegenzug für Land“. Belgien ging von einem Hoheitsgebiet in Texas aus, einem kolonialen Gebiet. Doch Texas meinte Siedlungsland für belgische Immigranten. Erst 1842 wurde die diplomatische Unstimmigkeit beigelegt und Belgien ließ seinen Anspruch fallen. Die einzige erfolgreiche Kolonie hatte Belgien am karaibischen Hafen von Santo Tomás in Guatemala. Diese Stadt wurde von der Belgischen Kolonialbehörde verwaltet, ähnlich wie britsche Kolonialbehörden Indien und Nigeria verwalteten. Doch diese Kolonie war nur von 1843 bis 1854 unter belgischer Kontrolle, da die Belgier reihenweise am Gelbfieber erkrankten. Guatemala war ohnehin davon ausgegangen, dass Santo Tomás noch immer unter guatemaltekischer Hoheit stünde. Auch dieser diplomatische Zwist erübrigte sich. Zuletzt zeigte Belgien Interesse am Kauf Hawaiis, der aber durch den Bankrott seines Kooperationspartners unmöglich wurde. Belgien sollte trotz seiner groß angelegten Ambitionen in Amerika nie Fuß fassen. Stattdessen wandte es sich unter seinem berüchtigtem Nachfolger Leopold II. nach Afrika, namentlich dem Kongo.