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26.09.2023 — Spanien / Griechenland / Peru

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Begleittext zu den Nachrichten vom 26. September 1823 (1).

Das Jahr 1823 ist kein Epochenjahr, wie das Jahr der Französischen Revolution 1789 oder 1815, dem Jahr des Wiener Kongresses - die meisten unter uns dürften recht wenig oder gar nichts mit diesem Jahr in Verbindung bringen. Ein Blick in die Nachrichten von vor 200 Jahren kann uns jedoch ein Bild geben, was in dem Zeitraum geschah und wie doch alles in das größere Geschichtsbild passt, das wir in der Schule oder sonst wo vermittelt bekommen.

Die Welt von damals stand noch sehr unter dem Einfluss vergangener Revolutionen und den napoleonischen Kriegen. In SPANIEN wurde gerade die Revolutionsregierung von einer französischen Invasion niedergeschlagen, die das Ziel hatte, jegliche progressive Ideen, die Napoleon als zweifelhafter Botschafter der Französischen Revolution in die Welt gebracht hatte, auszulöschen. Frankreich wurde dabei unterstützt von den absoluten Monarchien der "Heiligen Allianz" Russlands, Österreichs und Preußens, und es wurde toleriert von Großbritannien. Großbritannien bremste die französischen Ambitionen eher aus, da es befürchtete, die Heilige Allianz könne ihren Einfluss auf Nord- und Südamerika ausweiten, von dem wir gleich noch hören werden. Auch weitere Königreiche, wie in den Nachrichten vor 200 Jahren von Dänemark und Sizilien zu lesen, unterstützen die französische Invasion. Heute würde man diesen Krieg als "Topmeldung" bezeichnen. Auf der anderen Seite des Mittelmeers entstand damals in einem lang anhaltendem Unabhängigkeitskrieg die Republik GRIECHENLAND, die sich aus dem Osmanischen Reich herauslöste. Auch sie stand im Einfluss der Idee einer "Republik", die in den Jahrzehnten zuvor von Frankreich aus exportiert worden war.

Griechenland kämpfte somit in der selben Zeit wie viele lateinamerikanische Länder für seine Unabhängigkeit. Spanien, der Kolonialherr der meisten Gebiete in Nord- und Südamerika, war durch die Invasion durch Napoleon seit 1807 stark geschwächt und konnte seine Kolonien nicht mehr halten. In Südamerika kämpfte im Süden General San Martín für die Unabhängigkeit Argentiniens, Chiles und schließlich PERUs und im Norden befreite General Bolívar die Region von VENEZUELA bis Ecuador von den spanischen Truppen. Die Nachricht aus Peru ist besonders interessant, da hier San Martín und Bolívar miteinander kooperierten, obwohl sie sonst eher unterschiedliche Ideen für die Zukunft des Kontinents hatten - San Martín war Monarchie-Befürworter und Bolívar rief Republiken aus. Der schwierige Charakter der französischen Revolution zeigte sich in den Nachrichten an diesem Freitag jedoch besonders in MEXIKO, wo vom abgesetzten Kaiser die Rede war, der nach der Unabhängigkeit von Spanien für etwa 1 Jahr nach dem Vorbild des Kaisers Napoleon regierte. Die Region war also instabil und die britischen Sorgen, die "Heilige Allianz" könne daraus Kapital schlagen, sind durchaus nachvollziehbar.

Quellen

  1. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Trienio_Liberal
  2. Web · Telegramweb.telegram.org
    https://web.telegram.org/a/class=text-entity-link
  3. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Heilige_Allianz
  4. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Griechische_Revolution
  5. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Napoleonische_Kriege_auf_der_Iberischen_Halbinsel
  6. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Jos_de_San_Martn
  7. De · Wikipediade.wikipedia.org
    https://de.wikipedia.org/wiki/Simn_Bolvar