29.02.2020 — USA / Russland
Nicht vergessen! Seit Ende des INF-Vertrags zur Abrüstung der Atomwaffen zwischen den USA und Russland wurden offiziell keine neuen Atomsprengköpfe gebaut und die offizielle Zahl liegt bei 13.865. Natürlich haben auch die neun bis zehn Atommächte weltweit seither nukular aufgerüstet. Die Zahl ist sowieso nur eine Schätzung. Das liegt einerseits daran, dass die Atommächte nicht all ihre Kernwaffen öffentlich machen, aber auch daran, dass in den letzten Jahrzehnten über 50 Atomsprengköpfe verloren gegangen sind. Am 05. Februar 1958 verlor ein US-Bomber vor der US-amerikanischen Küste von Georgia sieben Wasserstoffbomben nur rund 20km entfernt von der 100.000-Einwohner-Stadt Savannah, heute 384.000 Einwohner. Am 17. Januar 1966 geschah an der spanischen Mittelmeerstadt Palomares der schlimmste Atomwaffenunfall des Kalten Krieges. Damals kollidierte in 9km Höhe ein US-Bomber mit einem Tankflugzeug. Der Bomber hatte vier Wasserstoffbomben mit der Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima an Bord. Eine landete unversehrt in den Tomatenfeldern in der Nähe des Dorfes. Bei zwei weiteren detonierte der nichtnukleare Zünder, Bombenbruchstücke und Plutoniumstaub regneten über der Aufschlagstelle nieder. Die vierte Bombe fiel irgendwo vor der Küste in das Wasser und grub sich metertief in den Schlick ein. Erst nach 81 Tagen fand man sie. Die 1400 Tonnen verseuchter Erde wurden abgetragen und in die USA transportiert. Doch die meisten derartigen Zwischenfälle blieben lange Zeit und sogar bis heute geheim, weil sie sich auf Hoher See oder in der Arktis abspielten.