29.08.2020
Nicht vergessen! (Bayern-Reise 17) Parallel zur A9 verläuft heute der Main-Donau-Kanal, der die Nordsee mit dem Schwarzen Meer verbindet, indem er das Flusssystem des Rheins mit dem Flusssystem der Donau verbindet. Das Projekt begann vor etwa 1220 Jahren um 790 n.Chr. unter der Herrschaft des Karolingers Karls des Großen. Da damals die Boote nicht so groß waren wie heute, genügte ein kleinerer Kanal. Er war 5-6m breit und 70cm tief. Auf 3km Länge verband er die Altmühl, die in die Donau mündet mit der Rezat, die in den Main mündet, der in den Rhein mündet. Der sogenannte Karlsgraben verbindete zwei der größten Flusssysteme Europas. Durch den Kanal wurde es möglich, dass Händler aus beiden angrenzenden Flusssystemen per Schiff in das jeweils andere gelangten und so ihren Handlungsradius ausdehnten. Der Karlsgraben ist ein bemerkenswertes Projekt seiner Zeit. Die Schiffe wurden über bewässerte Rutschen über Hügel geschoben, die von einem Stausee gespeist wurden. Zur Befestigung des Ufers wurden zehntausende Eichenstämme in den Boden gerammt. Der 792 bis 793 errichtete Graben verfehlte allerdings seinen Zweck. Wegen der hohen Baukosten wurde am vollendeten Kanal eine so hohe Maut verlangt, dass es für Händler wirtschaftlicher war, in ihrem Flusssystem zu bleiben, oder den Landweg einzuschlagen. Der nächste Anlauf zur Verbindung von Main und Donau wurde erst 1050 Jahre später im Jahr 1846 getätigt. Auf 172,4km verband der Ludwigs-Kanal Main und Donau direkt. Doch auch der war unwirtschaftlich. Denn im Zeitalter der Industriellen Revolution setzte die Ludwigs-Eisenbahn den Ludwigs-Kanal ab 1880 schachmatt. 1950 wurde er trockengelegt und auf ihr wurde die A73 ansässig. Zwischendrin, 1938 nach dem Anschluss Österreichs begann das Deutsche Reich mit einem ausgeprägten Kanal-Projekt. Doch als der Zweite Weltkrieg begann, wurden mehr und mehr Bauarbeiter zur Wehrmacht eingezogen und 1942 die Arbeiten beendet.