30.01.2020 — Beirut / Libanon / Ägypten
Nicht vergessen! Die Folgezeit nach Menes liegt im Dunkeln. Die von Menes etablierten starren Systeme zu Reichseinigung wurden planvoll fortgeführt, jeder Erweiterungsdrang eingedämmt und das Niltal gesichert. Spannungen zwischen Ober- und Unterägypten gab es natürlich trotzdem. Hauptsorge der Pharaonen war die Getreideversorgung, auch in Zeiten politischer und ökologischer Krisen. Dafür wurden Lagerstätten errichtet, in denen das Getreide, das der Staat als Steuern eingenommen hatte trocken gelagert wurde. Über die Grundstücke und Höfe wurde schon damals Buch geführt und anhand dessen die Steuer erhoben. Die Steuern wurden ausschließlich mit Naturalien abgeliefert. Schon damals handelten die Ägypter über das Mittelmeer, wie nach Byblos in der Nähe des heutigen Beirut. Dort holten sie das für den Bau großer Gebäude unverzichtbare Zedernholz. Die Zeder ist bis heute libanesisches Staatssymbol und sogar auf seiner Flagge zu finden. Doch heute ist der Landstrich Libanon praktisch baumfrei, gerodet für die Ägypter und die Römer. Somit ähnelt das heutige Libanon dem antiken Ägypten in seiner Baumlosigkeit. Es sind auch Verbindungen nach Kreta belegt. Der Wunsch der Könige nach einer festen Ruhestätte förderte schon früh die Architektur. Zunächst wurden Pyramiden aus Lehmziegeln errichtet, die es heute kaum noch gibt. Das Grab des letzten Herrschers der Thinitenzeit Chasechemui ist erstmals in Erscheinung der Pyramiden wie wir sie kennen, aus Kalksteinquadern und Hauptkammer. Der Übergang von Chasechemui zur neuen Dynastie entstand wohl durch die Heirat mit einer Unterägypterin, die bereits einen Sohn in die Ehe mitbrachte. Dieser Sohn war Djoser und gründete mit dem Tod seines Ziehvaters 2740 v.Chr. die 3. Dynastie.