Seite wird geladen …
NACHRICHTENvon Gestern und Heute
← Nachrichten

30.10.2019 — Türkei

1Meldungen
0Quellen
1Orte
1 minLesezeit
Meldung 01 von 1

Die Siedlung Çatalhöyük in der heutigen Türkei erlebte vor 9000 Jahren, 500 Jahre nach ihrer Gründung ihre Blütezeit und bestand bis 5700 v.Chr. Die Siedlung bestand aus eng aneinandergesetzten rechteckigen Lehmziegelhäusern mit Flachdach, die weder Türen noch Fenster hatten. Stattdessen betrat man die Räume durch ein rechteckiges Loch in der Decke. In dem Haufen Siedlung lebten gleichzeitig etwa 2500 Menschen, was für jungsteinzeitliche Verhältnisse einer Großstadt entspricht. Dementsprechend war die hygienische Versorgung nicht besonders gut und Mäuse befielen die Siedlung. Die höhere Sterberate durch Infektionskrankheiten führte wohl auch zur Aufgabe der Stadt. Lebensgrundlage der Einwohner bildeten die Sammelwirtschaft, Jagd, Tierhaltung und Ackerbau mit Einkorn, Emmer, Nacktgerste und Brotweizen. Aus Çatalhöyük gibt es bislang keine Belege für Sonder- und öffentliche Gebäude und jedes Haus wirtschaftete autonom - es gab also möglicherweise noch keine Hierarchie. Möglich ist wegen der ungewöhnlich hohen Fundzahl von Venus-Figurinen eine tendenziell matriarchale Kultur, wobei die Geschlechter eher gleichberechtigt waren. Bevor man die Großsiedlung in den späten 1950er Jahren entdeckte dachte man übrigens, dass das karge Hochland Anatoliens im Neolithikum nicht bewohnt war. Eine solche Stadt lieferte einen bemerkenswerten Gegenbeweis und der Fruchtbare Halbmond erstreckte sich nun bis in die Türkei.