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Ein Blick zurück ins Jahr 2022 (6)

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Ein Blick zurück ins Jahr 2022 (6) Nicht nur in Ostafrika gab es politische Ereignisse, die über die einzelnen Landesgrenzen hinweg von Bedeutung waren. Im benachbarten Horn von Afrika waren das z.B. der Tigray-Krieg, in den neben inner-äthiopischen Kräften auch eritreische und möglicherweise sogar somalische Streitkräfte involviert waren. Auch zwischen Äthiopien und dem Sudan gab es in der Grenzregion al-Fashqa einen Grenzkonflikt, der vermutlich ohne den Tigray-Krieg nicht so eskaliert wäre – denn Äthiopien wirft dem Sudan vor, die Tigray People’s Liberation Front unterstützt zu haben. Und es gab Nachrichten zur islamistischen al-Shabaab, die sowohl Somalia, als auch Kenia und Äthiopien betraf. Und nicht zuletzt war es die überregionale Dürre im Horn von Afrika, die alle dortigen Länder betrifft. In Westafrika bleiben Mali, Burkina Faso und Guinea wegen der Putsch-Situation für meine Berichterstattung von Interesse. Darüber hinaus breitete sich das Einflussgebiet islamistischer Gewalt in Westafrika aus und trat dabei verstärkt im Norden der Küstenländer Elfenbeinküste, Benin und Togo auf, sowie weiterhin in den Sahel-Staaten. Nigeria bildet da keine Ausnahme. Meine Schwerpunkt-Berichterstattung über Nigeria wurzelt in der Annahme, dass dieser 200-Millionen-Einwohner-Staat nicht nur Einfluss auf die gesamte Region ausübt, sondern auch in seiner breitgefächerten inneren Entwicklung in sich intensive Berichterstattung wert ist. In Mosambik nahmen die Aktivitäten der islamistischen Ahlu Sunna wal Jamaa ab, weshalb meine Berichterstattung über das Land insgesamt abnahm, aber auf hohem Niveau blieb. Im benachbarten Südafrika fanden politische Konflikte rund um die politischen Anführer Zuma und Ramaphosa statt. In Lesotho und Eswatini fanden politische Entwicklungen statt, die sich um die Rolle der Monarchie in den Ländern drehten. Im Norden des Kontinents finden wir in Marokko einen der größten mutmaßlichen Profiteure des Ukraine-Krieges. Das Land übte in Europa, insbesondere in Spanien und Deutschland einen scheinbar so großen Druck aus, dass die marokkanische Position zum Status der Westsahara (DARS) inzwischen weitestgehend anerkannt ist. Die sehr unterschiedlichen politischen Prozesse in Libyen und Tunesien stagnierten in solcher Weise, dass viele politische Konflikte bestanden blieben oder sich sogar verschärften – wir werden sehen, was das Jahr 2023 bringt. Und zuletzt war es nicht nur Ägypten, das unter den Folgen des Ukraine-Kriegs für die globalen Energie- und Lebensmittelpreise zu leiden hatte: Auf den gesamten Kontinent stiegen die Lebenshaltungskosten teils drastisch und in einigen Ländern, die ihren Weizen aus der Ukraine oder Russland beziehen wurden die Nahrungsmittel knapp.