01.11.2019 — Indien / Pakistan / Ägypten
Meldung
Vor 9000 Jahren entstanden in Indien und Pakistan die Indus-Zivilisationen. Zusammen mit Mesopotamien und dem alten Ägypten sind die drei ersten Regionen für Hochkulturen auffälligerweise an fruchtbaren großen Flüssen, die sonst von Wüsten und Halbwüsten benachbart sind. Das Siedlungsgebiet Mehrgarh war vor 9000 Jahren das erste seiner Art im heutigen Belutschistan in Pakistan. Hier lebten die Menschen als Halbnomaden, die je nach Jahreszeit umherzogen, um Weiden für ihre Herden zu finden, oder sich in der Trockenzeit in der Nähe von Wasserstellen niederzulassen. In diesen Niederlassungen wurden Gräser gesät, die auf den Weiden gewachsen waren, also Landwirtschaft nicht für den unmittelbaren Eigenbedarf angewendet. Man züchtet Weizen und Gerste für Schafe, Ziegen, Auerochsen und Rinder. Willkommen im Neolithikum! Allerdings wurde die Tier- und Pflanzenzucht hier nicht erfunden, sondern kam vermutlich aus dem Fruchtbaren Halbmond eingeführt. Ab 7000ya hatte sich die Landwirtschaft durchgesetzt und verbreitete sich im gesamten Indus-Tal. Ihre Häuser waren aus getrocknetem Schlamm mit vier Räumen gebaut, die wohl alle unterschiedlichen Zwecken dienten. Aus der Zeit ist noch keine Keramik überliefert, dafür aber Körbe und Schmuck wie Perlenketten, Armreife und Anhänger bekannt. Ein erster Religionsansatz wurde nur sporadisch ausgeübt, dafür dann aber maßlos. Geopferten Tieren gab man reichste Grabbeigaben, wie Meeresmuscheln, Türkis, Lapislazuli und schon Kupfer. Es gibt keine Kriegergräber und bis 5500 v.Chr. wurde nur eine einzige geschliffene Steinaxt als Grabbeigabe für einen Menschen erhalten.