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Griechenland

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Nachrichten zu Griechenland

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05.04.2020 — USA / Israel / Afghanistan

Meldung

Aussetzen des Asylrechts durch Griechenland (2.3) war illegal; Grenzpolizisten töten 3 Flüchtlinge.

In Kürze

Zweites Flüchtlingslager in Griechenland wegen interner Infektionen unter Quarantäne; Großer Hungerstreik in Flüchtlingsheim Halberstadt, da auch hier Bewohner eingesperrt sind und dadurch Infektionszahl stark auf >35 ansteigt.

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März 2020

Meldung

_März 2020_ Dieser März war in jeder Hinsicht außergewöhnlich. Galt im letzten Monat noch der Spruch "What a time to be alive", sollte er in diesem Monat um den Zusatz "and at home" ergänzt werden. Ich bin sicher, dass ich einige bestimmt sehr wichtige Nachrichten vergessen habe. Falls euch noch etwas einfällt, könnt ihr es mir persönlich schreiben; dann bringe ich das morgen gebündelt. Viele politische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Prozesse sind völlig über den Haufen geworfen, wie die *Demonstrationsbewegungen* in Frankreich gegen das Rentenpaket, das nun per Dekret durchgesetzt wurde, in Algerien gegen die Entourage des 2019 aus dem Amt gedrängten Diktators Bouteflika, die noch immer die algerische Politik durchsetzt, in Chile gegen Präsident Piñeras neoliberale Politik (4.3), im Irak gegen den je nach Laune machthabenden Premierminister, der sich den Beschlüssen des Parlaments widersetzt, in Thailand gegen das Verbot der einzigen demokratischen Partei FF (7.3) und in Burkina Faso (8.3) gegen die geringe Bezahlung der Beamten. Zunächst aber zu den Ereignissen, die relativ unabhängig von der Coronavirus-Pandemie blieben. *Syrische Flüchtlinge* erlebten die ewige Regionalmacht Türkei von zwei hässlichen Seiten von zwei verschiedenen Medaillen aus dem Schatzhaus des Möchtegern-Sultan. Die Türkei verschärfte Militärschläge in der Region Idlib, was zur Flucht von einer Millionen Syrern führte, die jedoch im Bürgerkriegsland verweilen mussten. Inzwischen werden genau diese Lager wieder wegen Corona geräumt. Mit Putin verkündete Erdoğan dann allerdings eine Waffenruhe (5.3), was den Ausschluss der westlichen Mächte aus dem Konflikt zementierte. Zeitgleich beförderte die Türkei syrische und afghanische Flüchtlinge, die bereits in der Türkei waren unter dem falschen Versprechen an die EU-Außengrenzen, ihr Übertritt sei legal. Erdoğan drohte der EU mit Millionen Flüchtlingen, sollte sie ihr nicht mehr Geld zur Flüchtlingsverpflegung geben. Als Reaktion auf die vielen Flüchtlingsfamilien auf türkischer Seite setzte Griechenland die Küstenwache ein und das Asylrecht aus; beides menschenrechtswidirg. Die EU versprach Griechenland 700 Millionen Euro zur Flüchtlingsabwehr. Griechen und Flüchtlinge auf den griechischen Inseln erfahren hingegen keine Unterstützung. Die eine afghanische Regierung unter Präsident Ghani weigerte sich zunächst, das *US-Taliban-Abkommen* umzusetzen, findet nun aber zaghaft Wege (11.3), dem Weltmacht USA die Laune nicht zu verderben. Trumps Laune ist aber verdorben und er entzog Afghanistan eine Milliarde Dollar Hilfsgeldern. Die Taliban verübt weiter Anschläge (4.3) und die USA ziehen Truppen aus dem Land ab (10.3), das sie invadiert hatte, um eben jene Taliban abzusetzen. Bei den *Parlamentswahlen in Guyana* ging es darum, welche Partei den bevorstehenden Erdöl-Boom über die Bühne bringen und somit daraus Profit schlagen könnte. Besonders ist, dass keine der beiden größten Parteien sich durch eine erkennbare politische Linie definiert, sondern durch die Ethnie. Das südamerikanische Land wird bewohnt von Menschen afrikanischer oder indischer Herkunft; ein Zeugnis britischer Kolonialherrschaft. Es ist eine unvollständige Demokratie. Das Wahlergebnis ist noch unklar und umstritten. Die *islamistischen Angriffe* in der Sahel-Zone erlebten in diesem Monat einen Höhepunkt. Richteten sie sich zu Beginn des März noch als Motorrad-Angriffe gegen ungeschützte Dörfer, griffen besonders Boko Haram gegen Ende auch Soldaten an, von denen viele in die bevölkerungsreicheren Regionen an der Küste angezogen wurde, wo sie im Kampf gegen das Coronavirus eingesetzt werden. Hatte sich eine wichtige malische Miliz noch zu Gesprächen bereit erklärt (9.3), sollten die französischen Truppen (18.3) abziehen, geschah das genaue Gegenteil und Frankreich verkündete eine weitere, neue Militärmission in dem Land. Bei den *Parlamentswahlen in Israel* gab es keine Überraschungen. Es war die dritte Neuwahl binnen eines Jahres, da sich die beiden stärksten Parteien sich davor auf keine Koalition einigen konnten und auch sonst keine Mehrhei.

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26.03.2020 — Westafrika / Guinea / Gambia

Meldung

Nicht vergessen! Die erste maschinell geprägte britische Goldmünze, die als Währung in Umlauf war, war 1663 bis 1816 der Guinee. In heutige Währung umgerechnet beträgt der Wert eines Guinees einen Pfund. Das hängt auch damit zusammen, dass viele Guinees geprägt wurden und sie daher nicht rar sind. Wie Eingangs erwähnt, handelt es sich um eine Goldmünze. Die Briten hatten so viel Gold aus ihren Kolonien in Westafrika geraubt, dass der Wert ihrer Währung bis heute geschmälert bleibt. Nach der goldreichen Region Guinea, woher ein Großteil des Goldes stammt, ist der Guinee benannt. Die britischen Kolonien in Westafrika waren Gambia, Sierra Leone, Ghana und Nigeria. Auch den Portugiesen war der Goldreichtum Guineas sehr wohl bekannt, und sie nannten die Region um Ghana gleich "Costa Do Ouro", also Goldküste. Neben der Goldküste gab es die Pfefferküste, die Elfenbeinküste und die Sklavenküste. Die Goldküste war von allen doch am begehrtesten, da sie unmittelbaren Reichtum bedeutete und nicht wie von der Sklavenküste aus mit einer Atlantiküberquerung verbunden waren. Brandenburg, Dänemark, Großbritannien, die Niederlande, Portugal und Schweden hatten Kolonien an der Goldküste, dem heutigen Ghana. Letzten Endes war es von den Errungenschaften westlicher Zivilisation der Sklavenhandel, der einen nachhaltige Wirkung in Westafrika zeigte. Zwar hatte es schon zuvor Sklaverei unter den Kulturen Westafrikas gegeben, doch die war überwiegend human. Haushaltssklaven wurden wie in Griechenland und dem alten Rom eingesetzt. Darüberhinaus gab es Familiensklaven, die zur Bildung der Kinder und leichte Arbeit oder Unterhaltung gefangen gehalten wurden, und sogenannte Okra-Sklaven, die als Vertraute ihrer Herren durchaus auch Karriere machen konnten. Die Europäer fassten diese Varietät zusammen in: Arbeitssklaven.

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