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7 Quellen

Demokratische Republik Kongo / Kongo / Ostafrika

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2 Die Demokratische Republik Kongo 2.1 Kurze Geschichte Seit Jahrzehnten hält der Kongo für jeden bedeutenden technologischen Fortschritt einen Rohstoff parat: Kautschuk für die neue Mobilität des 20. Jahrhunderts, Kupfer für die Elektrifizierung, Uran für die Atomisierung, Coltan für die Digitalisierung und Cobalt für die neue Mobilität des 21. Jahrhunderts. Wie kamen diese Waren auf den Weltmarkt? Ostafrika knüpfte sich Ende des ersten Jahrtausends nach Christus an den damals arabisch-zentrierten Welthandel. Die afro-arabischen Swahili (von arabisch für „Küstenbewohner“) gründeten dutzende Städte an der ostafrikanischen Küste, wie etwa Mogadischu, Mombasa, Sansibar und Shanga auf dem Lamu-Archipel. Die Nachfrage nach Elfenbein, Gold und Kristallen ließ regionale Handelsrouten vom Inneren des Kontinents an die Küste entstehen, über die ab dem 18. Jahrhundert auch Sklaven gehandelt wurden. Das Kiswahili entwickelte sich zur Handelssprache und breitete sich über die Jahrhunderte bis in den Osten der Demokratische Republik Kongo aus. Bis heute können geschätzt 80 Millionen Menschen die Sprache, oder einen ihrer Dialekte verstehen. Kiswahili gilt bis heute als grenzüberschreitende Regional- und Handelssprache, was auch während der Demokratische Republik Kongo-Beitrittsverhandlungen zur Ostafrikanische Gemeinschaft betont wurde. Ende des 15. Jahrhunderts landeten erste portugiesische Schiffe auf dem Weg nach Indien in den ostafrikanischen Swahili-Städten. Von dem atlantischen Sklavenhandel war Ostafrika eher nicht betroffen. Auch sonst orientierten sich die großen europäischen Handelsrouten der Frühen Neuzeit von Europa aus nach Westen und nicht in den Südosten nach Afrika. Seit den 1850ern rückten die zentralen Regenwälder des afrikanischen Kontinents in das Interesse europäischer und afro-arabischer Händler; zunächst wegen des Elfenbeins, bald wegen des Kupfers und schließlich für den Sklavenhandel. In den ersten Jahrzehnten der Ausbeutung wurde der östliche Kongo von Osten her ausgebeutet, also von den afro-arabischen Händlern am Indischen Ozean. Der Osten der Demokratische Republik Kongo ist spätestens seit den 1890er Jahren im Fokus des Weltmarkts, weil hier Kautschuk für die neue Erfindung des Gummireifens gesammelt werden konnte. In Katanga und der Region der Großen Seen wurden Firmen zur Ausbeutung der Gebiete gegründet, insbesondere zur Ausbeutung des Kautschuks. Kautschuk sollten die Einheimischen in der Wildnis sammeln und als Steuer abgeben. Dabei kam es häufig zu Gewalt, um eine höhere Kautschukproduktion anzuspornen: Folter, Auspeitschungen, das Abschlachten von Menschen, willkürlichen Erschießungen und Verstümmelungen. Damals war die Demokratische Republik Kongo Privatkolonie des belgischen Königs Leopold II. Bis 1900 befand sich der allergrößte Teil der Demokratische Republik Kongo faktisch nicht unter der Kontrolle Leopolds II., darunter die Gebiete im Osten, wo teilweise noch immer afro-arabische Herrscher walteten. Während der belgischen Kolonialzeit begann auch die Ausbeutung von Bodenressourcen, wie Diamanten in Kasai, Gold in Ituri, Kupfer und Uran in Katanga. Seit den 1910ern dominiert der Bergbausektor die kongolesische Gesamtwirtschaft. Schon damals hatte die damalige Weltmacht Großbritannien große Anteile an den staatlich-belgisch-kongolesischen Bergbaukonzernen. Der Kongo wurde nur langsam entkolonialisiert, seine Unabhängigkeit geschah trotzdem recht schnell im sogenannten „Afrika-Jahr“ 1960. Belgien startete daraufhin eine große Kampagne gegen die neue Unabhängigkeitsregierung unter Patrice Lumumba. Die Kampagne wurde vom britisch-belgischen Bergbaukonzern Union Minière du Haut Katanga finanziert. Das Ziel dieser Kampagne war, auch nach der formellen Unabhängigkeit Kontrolle über die Bodenschätze zu behalten.

10 Quellen

Kenia / Uganda / Tansania

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Der Streit zwischen Kenia und Uganda geht auch über den Handel hinaus. 2020 verklagte Kenia Uganda beim EAC-Gerichtshof (Ostafrikanische Gemeinschaft), da Uganda nicht genug gegen die Überschwemmungen am Victoria-See getan habe. Uganda kontrolliert den Abfluss des Sees in den Nil mit drei Wasserkraftwerken. Diese waren jedoch mit Morast verstopft, was zum Anstieg des Wasserpegels und zur Überschwemmung der Uferregionen führte.

1.4.2 Kenia und Tansania Vor vier Jahren wurden im tansanischen Daressalam kenianische Hühner verbrannt, angeblich, um einer Seuche Einhalt zu gebieten. Die Konkurrenz zwischen Tansania und Kenia wird in späteren Abschnitten noch Thema sein. Tansania und Kenia sind nämlich die einzigen EAC-Länder, die Häfen haben und somit einen Zugang zum Weltmarkt. In Konkurrenz stehen besonders der tansanische Hafen von Daressalam und der kenianische Hafen von Mombasa. In diesem Streit ging es besonders um Infrastrukturprojekte, die das eine oder das andere Land begünstigen. Tansania gewann in diesem Streit, sodass nun eher tansanische Häfen wichtig für die EAC sind, als kenianische Häfen. Im Mai 2021 beschlossen Kenia und Tansania, ihre bilateralen Beziehungen zu verbessern, und zum Beispiel ein Gemeinschaftsprojekt zu verfolgen, das Mombasa und Daressalam mit einer Pipeline verbinden soll. Das Tauwetter zwischen Kenia und Tansania kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Kenia in der kritischen Phase der Auftragsvergabe für die großen Infrastrukturprojekte isoliert war. Die Folgen bedeuten für Kenia nicht weniger als den Verlust der Vormachtstellung in Ostafrika. Und tatsächlich: Im ersten Halbjahr 2021 exportierte Tansania erstmals mehr nach Kenia, als Kenia nach Tansania exportierte. Wie genau das passierte, werde ich in weiteren Beiträgen noch ausführen. Die Aussage, dass über Mombasa ein großer Teil, wenn nicht jeglicher ostafrikanischer Handel mit dem Weltmarkt laufen würde, ist meiner Meinung nach falsch.

1.4.3 Kenia und Somalia Auch mit Somalia hatte Kenia in den letzten Jahren einige Streits. Kenia kämpft in Somalia nicht nur gegen die islamistische al-Shabaab, sondern angeblich auch für eine weitere Destabilisierung Somalias. 2018 und 2019 haben kenianische Bodentruppen, laut UN, in der somalischen Region Jubaland Telekommunikations-Antennen zerstört, angeblich um die Zerstörung kenianischer Safaricom-Masten durch al-Shabaab zu rächen. Der Effekt war, dass in Teilen Somalias das wichtigste digitale Zahlungs- und Kommunikationssystem Hormuud zusammenbrach. Hormuud und Safaricom stehen einander in Konkurrenz, weswegen ich diesen Streit als „Handelsstreit“ bewerte. Es gibt aber auch Stimmen, nach denen dieser „Krieg der Masten“ eine Taktik der kenianischen Armee gewesen sein soll, um ihren Einmarsch zu vertuschen. Außerdem soll die al Shabaab das Hormuud-Mobilfunknetz zum Auslösen von Explosionen genutzt haben. Auch innerhalb der Region Jubaland verfolgt Kenia eigene Interessen gegen al Shabaab, was eine Vertuschung eines Militäreinsatzes erklären könnte. Ende 2020 zog Somalia seinen Botschafter aus Kenia ab, nachdem Kenia sich in die Regionalwahlen in Jubaland eingemischt haben soll. Anfang 2021 sollen kenianisch finanzierte Milizen jubaländische Truppen in einer militärischen Konfrontation gegen somalische Truppen unterstützt haben. Kenia soll durch seine Unterstützung des Präsidenten von Jubaland dazu geführt haben, dass sich die Regionen Somalias nicht auf das Abhalten von Wahlen einigen konnten. Es gibt aber auch genügend andere Gründe, warum es in Somalia keine Wahlen gibt. Im Mai 2021 nahmen Somalia und Kenia nach Vermittlung durch Katar wieder diplomatische Beziehungen auf. Am selben Tag lockerte sich auch das Verhältnis zu Tansania. Auch wenn sich das bilaterale Verhältnis zu Somalia den gesamten Sommer 2021 über verbesserte, gab es dennoch große Konfliktzonen.

9 Quellen

Kuba / Tigray People’s Liberation Front / Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo

Demokratische Republik Kongo stellt Antrag zur Aufnahme in ostafrikanische Staatengemeinschaft Ostafrikanische Gemeinschaft, um Zugriff auf internationale Seehäfen in Daressalam und Mombasa zu bekommen; EAC würde von enormen Ressourcen der Demokratische Republik Kongo profitieren.

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USA / Cabo Delgado / Afrika

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Schon letztes Jahr wandte die Mosambikanische Armee Folter und möglicherweise außergerichtliche Exekutionen an, beging also eindeutige Rechtsverstöße (10.9). Und in diesem Moment hält sie außerhalb der Stadt Palma (04/21) rund 20.000 Zivilistinnen und Zivilisten fest, die von der Rebellion vertrieben wurden (7.5). Die Armee verweigert den Menschen die Rückkehr in ihr Zuhause und sie verweigert ihnen humanitäre Hilfe, wahrscheinlich weil sie glaubt, dass sich einige ASWJ-Rebellen unter die Vertriebenen gemischt haben. So will das Militär wohl unter anderem verhindern, dass sich die Rebellen nach dem Ende des Ramadans nächste Wochen sammeln und neue Angriffe planen können. Ein Indiz dafür, dass Cabo Delgado auch echte Besserung erfahren könnte ist die Ankündigung der mosambikanischen Regierung, eine Milliarde Dollar in ihre Entwicklung zu investieren. Ein Schritt, der schon vor 10 Jahren gemacht werden musste, aber durch die Entdeckung der Erdgasvorkommen verzögert wurde (04/21). Zudem bleibt fraglich, ob dieses Geld wirklich ausgezahlt wird, und wo es ankommt.

So rüstet sich also die eine Seite für den Krieg in Cabo Delgado. Und was machen die Islamisten? Wie finanzieren sie ihre Rebellion? Ende April veröffentlichte die „Global Initiative Against Transnational Organized Crime“ aus Genf eine Studie über Schwarzmärkte mit illegalen Waren im südöstlichen Afrika, wo Mosambik liegt. Im Fokus sind dabei die kenianische Küstenstadt Mombasa, die tansanischen Küstenstädte Dar es Salaam und Sansibar, sowie die mosambikanischen Küstenstädte Mocímboia da Praia und Pemba. Die fünf Städte sind die größten Umschlagplätze für den illegalen internationalen Handel. Die Studie beleuchtete den Handel mit Rauschmitteln, Gold, Wildtieren und Menschen. Dabei offenbarten sich folgende grobe Handelswege: Gold und Wildtiere werden aus Zentralafrika nach Asien gehandelt, Kokain von Brasilien und Heroin von Pakistan nach Ostafrika, sowie Menschen von Äthiopien und Somalia nach Südafrika. Der Handel ist sehr lukrativ, aber er ist in den Händen lokaler Eliten, die meistens von den Regierungen geduldet werden. So auch in der Hafenstadt Mocímboia da Praia in Cabo Delgado. Als die Stadt 2020 von der islamistischen Rebellion erobert und seitdem besetzt gehalten wird, haben internationale Beobachterinnen und Beobachter befürchtet, dass die Rebellion von den Schwarzmärkten profitieren könnte. Die Studie der Global Initiative zeigt was anderes: Der Handel mit Rubinen, Menschen und Heroin, der über Mocíboia da Praia ging, hat sich im letzten Jahr vollkommen nach Süden verlagert. Nämlich nach Pemba, der Hauptstadt Cabo Delgados, die von der Rebellion bisher verschont wurde. Dort halten weiterhin die lokalen Eliten mit Verbindungen in die Regierungen und Behörden die Fäden in ihren Händen. Die Islamisten finanzieren sich also womöglich aus anderer Quelle. Oder aber, und diese Möglichkeit halte ich für am wahrscheinlichsten, die Rebellion finanziert sich überhaupt nicht ausreichend für den Kampf, den sie führen will. Das würde bedeuten, dass Mosambik und die USA mit ihrer Einschätzung, die ASWJ-Rebellion sei eine terroristische Vereinigung, die vom IS kontrolliert wird, noch weiter daneben liegen würde. Aber das Verhalten der Rebellen spricht dafür, dass das überwiegend unterhungerte Fußsoldaten sind! Als sie Ende März die Stadt Palma eroberten, plünderten sie nur gezielt Lebensmittellager und Banken. Ein IS-Aufstand mit dem gesamten terroristischen Netzwerk, das die ASWJ laut USA angeblich im Rücken haben soll, hätte das viel wertvollere Ziel nahe Palmas angegriffen: Die Erdgasförderanlage des französischen Energiekonzerns Total. Aber scheinbar waren diese Anlagen für die Rebellion nicht von Interesse, oder schlicht zu gut gesichert. Dass die Rebellen also vor allem Lebensmittel und Geld erbeutet haben, sich aber nicht einmal in Richtung der Förderanlage mit ihrer Security und den Zäunen heranwagten, sind Indizien dafür, dass die Rebellengruppe ziemlich mittellos sein könnte.